13.05.2008

Hand-Fuß-Mund-Krankheit auch in Vietnam und Singapur

Die in China grassierende Hand-Fuß-Mund- Krankheit hat inzwischen auch in Vietnam mindestens 10 Kinder getötet...

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine Sammelbezeichnung für Erkrankungen mit verschiedenen Darmviren, die vor allem in Asien immer wieder gehäuft auftreten. In bis zu einem Fünftel der Fälle in Vietnam und bei einem Viertel der Fälle in Singapur handelt es sich nach Behördenangaben um das Enterovirus 71, von dem in China bislang über 27.500 Infektionen mit 45 Todesfällen gemeldet worden sind. Erstmals ist auch in der Olympiastadt Peking ein Kind an der Infektion gestorben. In Vietnam sind seit Jahresbeginn mehr als 3.000 Fälle registriert worden. In Vietnam sind seit Jahresbeginn mehr als 3.000 Fälle registriert worden. Betroffen sind vor allem Kinder unter 10 Jahren im Süden des Landes. In Singapur wurden wegen der Infektionskrankheit zahlreiche Kindergärten geschlossen. Die Behörden des Stadtstaats zählten über 10.000 kranke Kinder, bislang jedoch keine Toten.

Zentrum des Ausbruchs ist die ostchinesische Stadt Fuyang, wo sich mehr als 3.700 Kinder angesteckt hatten. Den Behörden der Stadt war vorgeworfen worden, den Ausbruch im März viel zu spät öffentlich gemacht zu haben. Das Virus hat sich inzwischen auch in anderen Gebieten des Landes ausgebreitet. Gesundheitsexperten erwarten der WHO zufolge den Gipfel der Infektionswelle im Juni oder Juli. Der Sprecher des Pekinger Gesundheitsministeriums berichtete, außer in der Stadt Fuyang habe es bislang keine weiteren „schweren" Ausbrüche gegeben. Allein in dem Ort waren 23 Kinder unter 6 Jahren nach einer Infektion mit dem Enterovirus 71 gestorben.

Körperhygiene kann vor Ansteckung schützen

 Bild: pixelioDie Hand-Fuß-Mund-Krankheit verläuft normalerweise harmlos, Erwachsene bemerken die Infektion oft gar nicht, bei Kindern kommt es häufig zu einer akuten fieberhaften Erkrankung mit einem Ausschlag an Händen, Füssen und in der Mundhöhle, aus dem sich schmerzhafte Bläschen entwickeln. Vor allem bei kleinen Kindern, deren Immunsystem noch nicht so gut trainiert ist, kann es jedoch zu schweren Komplikationen wie Hirn-, Herzmuskel- und Lungenentzündung kommen, die manchmal tödlich verlaufen. Die weltweit verbreiteten und hoch ansteckenden Erreger werden vor allem über direkten Kontakt, Schmierinfektionen, verseuchtes Wasser und infizierte Lebensmittel übertragen. Als wichtigste Vorbeugung gilt gründliche Hygiene, insbesondere Händewaschen, und die Vermeidung von Kontakten zu Erkrankten. Medikamente oder eine Impfung gibt es nicht.

Der Leiter des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, Bernhard Fleischer, sieht in der Infektionswelle keinen Hinderungsgrund für Reisen nach China. „Wer nach China fährt, sollte grundsätzlich auf Hygiene achten", sagte er. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht keine Gefahr für die Olympischen Spiele in Peking.