01.05.2008
Hepatitis-Alarm auf Kreuzfahrtschiff
Mehrere Passagiere haben sich auf dem Keuzfahrtschiff "Aurora" über verunreinigte Lebensmittel mit Hepatitis angesteckt...
Mindestens 7 Passagiere des britischen Kreuzfahrtschiffes „Aurora" sind nach Angaben der englischen Gesundheitsbehörde HPA (Health Protection Agency) an Hepatitis E - einer infektiösen Leberentzündung erkrankt. Bei über 600 weiteren Passagieren wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Wie erst jetzt bekannt wurde, ereigneten sich die Ansteckungen während einer 3-monatigen Weltreise, die zwischen dem 7. Januar und dem 28 März in die Karibik sowie nach Südamerika und Australien führte. Insgesamt waren etwa 1.800 Urlauber an Bord des Kreuzfahrtriesen. „Hepatitis E wird hauptsächlich durch den Verzehr von Nahrungsmitteln und Getränken übertragen, die mit diesem Virus verunreinigt sind.
Typisch für diese Erkrankung sind die Gelbfärbung von Haut und Augen, da die Ausscheidung der Gallenfarbstoffe infolge einer Fehlfunktion der Leber gestört ist. Die Krankheit heilt normalerweise auch wieder aus - chronische Verläufe wurden bisher nur bei Transplantationspatienten beobachtet. Die Infektion kann auch tödlich verlaufen, besonders gefährdet sind Schwangere in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Der Übertragungsweg und das Krankheitsbild sind sehr ähnlich dem der bei uns bekannteren Hepatitis A. Mit zwei entscheidenden Unterschieden: Hepatitis E ist vor allem in Süd- und Ostasien, Lateinamerika und Afrika verbreitet. Die so genannte Reisegelbsucht - Hepatitis A - ist auch in Süd- und Osteuropa sowie im gesamten Mittelmeerraum häufig anzutreffen. Und gegen Hepatitis E wird ein Impfstoff entwickelt, der - im Gegensatz zu Hepatitis A - Impfung jedoch noch nicht zur Verfügung steht.", erläutert Prof. Thomas Löscher, Leiter des Tropeninstitutes in München. Da die Inkubationszeit - also der Zeitpunkt zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung - bei Hepatitis E etwa 60 Tage beträgt, können weitere Erkrankungsfälle nicht ausgeschlossen werden.
Kreuzfahrtreisen immer beliebter -
Mediziner raten bei bestimmten Reisezielen zur Impfung
Nach Angaben des Deutschen Reisebüroverbandes (DRV) werden Schiffsreisen immer beliebter. Demnach haben 2007 mehr als 1,1 Mio. deutsche Urlauber eine Kreuzfahrt unternommen. 80% der besuchten Ziele lagen in Europa - besonders beliebt dabei: Schiffsreisen im Mittelmeer. Gerade in Bezug auf diese Reiseziele mahnen Experten zur Vorsicht. „Überall dort, wo bestimmte Infektionskrankheiten stärker verbreitet sind, ist auch das Ansteckungsrisiko erhöht. Es ist ein Fehler zu glauben auf einem Kreuzfahrtschiff kann nichts passieren. Man kann sich auch auf einem Landausflug z.B. mit Hepatitis A anstecken oder eine Durchfallerkrankung bekommen. Und dann können sich solche Infektionen an Bord schnell ausbreiten. Daher empfehlen wir auch bei Schiffreisen in den Mittelmeerraum eine vorbeugende Impfung gegen Reisegelbsucht", rät Löscher.
Auch Kinder können schon ab dem vollendeten ersten Lebensjahr aktiv und schnell gegen Hepatitis A geschützt werden. Zur Grundimmunisierung reicht eine einmalige Injektion aus. Bereits nach 14 Tagen weisen die Impflinge eine sehr hohe Zahl an Abwehrstoffen auf. Daher kann der Schutz auch noch kurz vor der Abreise verabreicht werden - im beliebigen Abstand zu anderen Impfungen. Nach 6 Monaten sollte eine Auffrischung erfolgen, die dann einen Schutz von mindestens 10 Jahren sicherstellt. Viele Krankenkassen in Deutschland bezahlen inzwischen diese Reiseimpfungen.
Eine aktuelle Liste der Krankenkassen, die Schutzimpfungen vor Auslandreisen erstatten, finden Sie hier.
