17.08.2010
Hepatitis-Gefahr in Spanien fünfmal höher als in Deutschland
Am häufisten kommt der Auslöser der Reisegelbsucht in Andalusien und im Baskenland vor...
Das Risiko, sich in Spanien mit Hepatitis A anzustecken, ist um das Fünffache höher als hierzulande. Das meldet der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) unter Berufung auf jetzt veröffentlichte Zahlen des Nationalen Institutes für Epidemiologie in Madrid. Doch nicht überall in Spanien ist die Ansteckungsgefahr gleich hoch. So lagen die Erkrankungszahlen im Jahre 2009 in den Metropolen Madrid und Valencia mit mehr als 5 Fällen pro 100.000 Einwohnern auch deutlich über dem europäischen Durchschnitt (3,34 Fälle/100.000 Einwohner), während das Ansteckungsrisiko auf den Balearen (1,8 Fälle/100.000 Einwohner), den Kanarischen Inseln (3,03 Fälle/100.000 Einwohner) oder Katalonien (3,78 Fälle pro 100.000 Einwohner) eher gering ist.
Zum Vergleich - laut Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) in Berlin wird in Deutschland auf 100.000 Einwohner nur etwa eine Hepatitis-A-Erkrankung gemeldet. Im Norden und Süden Spaniens kommt das hochansteckende Virus, das die so genannte Reisegelbsucht auslösen kann, auf der iberischen Halbinsel am häufigsten vor. Im Baskenland und Andalusien hat man ein 8-10-fach erhöhtes Risiko, sich mit dem Erreger der infektiösen Leberentzündung anzustecken, als in Deutschland. Nur in den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla ist der gefährliche Krankheitskeim noch stärker verbreitet.
Das Virus wird in erster Linie durch Schmierinfektion übertragen, vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser und kontaminierte Lebensmittel. „Die möglichen Symptome der Erkrankung reichen von Fieber, Übelkeit, Durchfall, Schwindel bis zur Dunkelfärbung des Urins und Gelbfärbung der Haut. Die Schwere der Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter", erklärt Dr. Sebastian Dieckmann,. Leiter der reisemedizinischen Ambulanz am Tropeninstitut in Berlin. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt die Impfung gegen Hepatitis A für Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen. Diese Reiseimpfung wird inzwischen auch von vielen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland erstattet.
Eine Hepatitis-A-Impfung ist noch kurzfristig vor Reisebeginn möglich. Schon nach ca. 10-14 Tagen hat sich der Schutz aufgebaut. Eine weitere Impfung, normalerweise nach frühestens 6 Monaten, bietet dann eine Langzeitimmunität für mindestens 10 Jahre.
Weitere Informationen zur Reisegelbsucht - Hepatitis A
Liste der Krankenkassen, die die Impfung bezahlen
