05.08.2008
Herzschrittmacher: Keine Gefahr durch Handys und Sport
Ein Herzschrittmacher kann die Lebensqualität von Patienten erheblich verbessern. Viele von ihnen sind sich jedoch unsicher, was sie dabei beachten sollten...
Handys beeinflussen die Funktion eines Herzschrittmachers kaum. Nur bei einigen älteren Modellen kommt es in Einzelfällen zu Unregelmäßigkeiten. Daher empfehlen Experten seit den 90er Jahren Mobiltelefone etwa 15 Zentimeter vom Schrittmacher-Gehäuse entfernt zu halten und damit auch nur am Ohr auf der gegenüberliegenden Seite zu telefonieren. "Da es seit dem Jahr 2000 keinen Bericht mehr über irgendwelche Interferenzen gibt, könnte die Empfehlung sicherlich gelockert werden", erklärt Dr. Christoph Kolb in der Zeitschrift „Via medici". Bei neueren Herzschrittmachern werden statt unipolaren Elektroden nun bipolare verwendet. Damit sind sie besser als früher gegen elektromagnetische Strahlung abgeschirmt.
Der Herzschrittmacher sollte Patienten auch nicht davon abhalten Sport zu machen. Im Gegenteil: Er sollte ihnen die davor Angst nehmen, dass ihr Herz plötzlich stehen bleibt. "Man kann fast alle Sportarten mit einem Herzschrittmacher ausführen", so Dr. Kolb. Im Rahmen der Grunderkrankung sollten sich Patienten jedoch überlegen, welche Aktivitäten sinnvoll sind und welche nicht. Vom Erlernen einer Kampfsportart rät der Experte ab, da die Gefahr für Schläge auf den Herzschrittmacher zu groß ist. Bei Patienten, die schon Jahre lang trainieren, würde man versuchen das Risiko zu senken, indem man das Gerät unter den Brustmuskel implantiert. So ist der Herzschrittmacher besser vor Außeneinwirkungen geschützt.
Dagegen ist Tauchsport für Herzschrittmacherträger nur dann möglich, wenn der Hersteller für das beim Patienten implantierte System durch eine Druckprüfung garantiert, bis zu welcher Tauftiefe die Funktionsfähigkeit des Schrittmachers nicht beeinträchtigt wird. Je nach Schrittmachertyp werden maximale Tauchtiefen zwischen 5 bis 10 Meter angegeben.
