21.10.2007
HIV-Patienten über 50 sollten früh behandelt werden
Immer mehr HIV-Patienten sind älter als 50 Jahre. Ältere Patienten sollten sich regelmäßig von ihrem Arzt untersuchen lassen, um schwere Begleiterkrankungen zu vermeiden...
Die Immunschwächekrankheit Aids und ihre Begleiterkrankungen lassen sich bei über 50-jährigen Patienten oft schlechter behandeln als bei jüngeren Patienten. „Ältere HIV-Patienten sollten sich daher regelmäßig von ihrem Arzt untersuchen lassen, um sich entwickelnde Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen", sagt Dr. Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).
Die Anzahl an Viruspartikeln und Immunzellen im Körper bestimmt zwar den Verlauf einer HIV-Erkrankung. Es kann aber auch vom Alter der Betroffenen abhängen, wie schnell sich eine HIV-Infektion zum Aids-Stadium weiterentwickelt. „Deshalb wird derzeit untersucht, ob auch die Medikamente gegen das HI-Virus bei älteren HIV-Patienten früher eingesetzt werden sollten", so Dr. Walger
Ältere Aids-Patienten leiden zudem oft unter anderen Begleiterkrankungen als jüngere Menschen. Dazu zählen Erkrankungen, von denen auch HIV-negative Personen mit zunehmendem Alter häufiger betroffen sein können, beispielsweise Lungen-, Herz-/Kreislauf-, Demenz- und Tumorerkrankungen. „Darüber hinaus schränken HIV-Medikamente bei älteren HIV-Patienten die Auswahl der Mittel zur Behandlung von Begleiterkrankungen ein", warnt der Infektiologe. Manche Medikamente verlieren einen Teil ihrer Wirksamkeit oder sind weniger gut verträglich, wenn sie zusammen mit Wirkstoffen gegen die HI-Viren eingenommen werden. Außerdem können die Patienten leicht den Überblick verlieren, welche Medikamente sie wann einnehmen müssen. Auch deshalb seien regelmäßige Arztbesuche wichtig.
Ältere HIV-Patienten leben riskanter
HIV-Patienten werden immer älter. Gründe hierfür sind die gestiegene Lebenserwartung durch die erfolgreiche Einführung hoch wirksamer Medikamentenkombinationen und die stetige Entwicklung neuer Medikamente, aber auch das geringere Risikobewusstsein dieser Altersgruppe mit der Gefahr der Neuinfektion. Drogenmissbrauch ist neuesten Ergebnissen zufolge unter den über 50-jährigen Männern die häufigste Infektionsursache. Zwischen 1992 und 2004 ist der Anteil älterer HIV-Patienten, die sich über Drogen mit dem Erreger angesteckt haben, von 5,8 % auf 39,3 % angestiegen. Ältere sexuell aktive Menschen benutzen zudem seltener Kondome, da Schwangerschaft bei Frauen kein Thema mehr ist.
All dies erhöht die Neuinfektionsrate in dieser Altersgruppe. 2005 war etwa ein Drittel der Betroffenen in Deutschland über 40 Jahre alt. 10% der HIV-Infizierten in Deutschland sind derzeit über 50 Jahre alt. Ihr Anteil wird nach Ansicht von Fachleuten in Zukunft steigen.
Weitere Informationen zum Thema HIV & Aids finden Sie auch unter www.hiv-info.de.
