11.11.2008

Höhenkrankheit ist eine Gefahr für Extrembergsteiger

Mikroblutungen im Gehirn treffen auch junge und trainierte Bergsteiger...

Ein schneller Aufstieg in große Höhen birgt Gefahren. Heidelberger Sportmediziner haben nachgewiesen, dass es bei Bergsteigern, die eine lebensbedrohliche Hirnschwellung erleiden (Höhenhirnödem), zu kleinen Einblutungen ins Gehirn kommt. Spuren davon konnten mittels Magnetresonanztomografie (MRT) auch nach Monaten noch nachgewiesen werden.

Damit kann erstmals unterschieden werden, ob ein Patient tatsächlich unter einem lebensgefährlichen Höhenhirnödem gelitten hat oder nur unter einer schweren Form der Bergkrankheit; besonders gefährdete Bergsportler können so identifiziert werden. Risikopersonen, die dennoch weitere Bergtouren über 4.000 Meter planen, sollten langsam aufsteigen bzw. sich mit entsprechenden Notfall-Medikamenten ausrüsten.

Wenn den Gefäßen der Sauerstoff fehlt, schlagen sie leck

Bewusstseinstrübungen, Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Erbrechen - ein Höhenhirnödem ist eine gefährliche Erkrankung, die bei Bergsteigern in Höhen ab 4.000 Metern auftreten und innerhalb von 24 Stunden zu Koma und Tod führen kann. In der "dünnen Luft" mangelt es an Sauerstoff, die Blutgefäße schlagen leck und Flüssigkeit sammelt sich im Hirngewebe an. Da sich das Gehirn im knöchernen Schädel nicht ausdehnen kann, kommt es zum gefährlichen Druckanstieg. Das Höhenhirnödem kommt selten vor, endet aber häufig tödlich. In Höhen zwischen 4.000 und 5.500 Metern sind zwischen 0,5 und 1,5% der Bergsteiger betroffen; 40% der Erkrankten überleben einen Anfall nicht.

Der Auslöser von Höhenkrankheiten ist immer Sauerstoffmangel - doch warum in schweren Fällen die Mikroblutungen auftreten, ist noch nicht geklärt. Bei einer dritten Höhenkrankheit - dem Höhenlungenödem - hat man ebenfalls Hinweise auf kleine Blutungen gefunden.