13.04.2011

Höhere Akzeptanz der Darmkrebsvorsorge durch schonende Videokapsel

Durch eine besonders schonende Untersuchung per Videokapsel (Kapselendoskopie) lässt sich die Akzeptanz für die Darmkrebsvorsorge deutlich steigern, wie eine aktuelle Studie gezeigt hat.

Durch ein bislang einmaliges Krankenkassen-Projekt, welches Versicherten nach eingehender Beratung neben der herkömmlichen Darmspiegelung (Koloskopie) ein schonendes Verfahren per Videokapsel (Kapselendoskopie) anbot, konnte die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge deutlich gesteigert werden.

Die Betriebskrankenkasse BKK 24 lud im Großraum Rinteln/Niedersachsen 2.150 Mitglieder ab 55 Jahren zur Darmkrebsvorsorge ein. 147 dieser Versicherten meldeten sich zurück. Nach einer  ausführlichen Beratung konnten sich die Versicherten für die Dickdarmuntersuchung per Koloskopie oder per Kapselendoskopie entscheiden. Die Mehrheit der Patienten wählte die Kapselendoskopie, bei der eine zäpfchengroße, mit Kameras ausgestattete Kapsel einfach geschluckt und nach Abschluss der Aufnahmen auf natürliche Weise wieder ausgeschieden wird. Die Untersuchung ist absolut schmerzfrei, sie erfolgt ohne Betäubung. Zusammengefasst nutzten 7,5% (4,2% Kapselendoskopie, 3,3% Koloskopie) der angeschriebenen Versicherten die Darmkrebsvorsorge, während die Teilnahmerate im Vorjahr ohne Kapselangebot und entsprechendes Einladungsverfahren nur bei 1% lag.

Die Studie wurde unter wissenschaftlicher Leitung des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf sowie unter Schirmherrschaft der Stiftung LebensBlicke durchgeführt. „Die Ergebnisse zeigen, dass intensive Beratung und das Angebot eines alternativen Screeningverfahrens die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge und -früherkennung verbessern kann. Eine gute Beratung im Vorfeld konnte Ängste bei den Patienten ausräumen, und das Angebot der schonenden Videokapsel erhöhte die Akzeptanz noch mehr", erklärt Prof. Jürgen F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke und Präsident der Gastro-Liga e.V. „Weitere Untersuchungen zur Bestimmung des Stellenwerts der Videokapsel in der Darmkrebsvorsorge sind sicher wichtig. Aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass Präventionsprojekte wie die BKK24-Studie helfen können, die Zahl der Darmkrebs-Neuerkrankungen (ca. 73.000 pro Jahr) und der Sterbefälle (ca. 26.000 pro Jahr) zu senken. Denn: Früh erkannt, ist diese Krankheit gut zu therapieren bzw. bricht gar nicht erst aus", so Prof. Riemann weiter.

Die BKK24-Studie war sogar für den diesjährigen Felix Burda Award, der am 10. April zum neunten Mal für besonderes Engagement bei der Darmkrebsvorsorge in Berlin verliehen wurde, nominiert. „Und auch wenn die Studie nicht den ersten Preis gewonnen hat, zeigt allein diese Nominierung die große Bedeutung dieses Pilotprojekts im Bereich der Darmkrebsvorsorge", resümiert Friedrich Schütte, Vorstand der BKK 24.