30.11.2018

Informationen zur HIV-Therapie

Anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember hat die Deutsche Aids-Hilfe die aktuelle HIV-Therapie zusammengefasst. Mittlerweile stehen mehr als 30 Substanzen zur Verfügung.

Wirksame Therapien gegen HIV gibt es seit über zwanzig Jahren. Kürzlich wurden auf der elften Internationalen AIDS-Konferenz im kanadischen Vancouver die derzeit verfügbaren Kombinationstherapien der Öffentlichkeit vorgestellt.  In der Regel werden dabei drei Wirkstoffe miteinander kombiniert, um Resistenzbildungen zu vermeiden. Sie blockieren an verschiedenen Stellen die Vermehrung von HIV in den Körperzellen. Nach einiger Zeit ist dann kein HIV mehr im Blut nachweisbar. Die Infektion schreitet nicht fort, AIDS lässt sich auf diese Weise verhindern, sogar rückgängig machen. Das HI-Virus wird beim Sex dann nicht übertragen.

Dank der antiretroviralen Therapie haben Menschen mit HIV bei rechtzeitiger Behandlung heute eine fast normale Lebenserwartung und können leben wie andere Menschen auch. Sie können jeden Beruf ausüben, jeder Art von Freizeitaktivität nachgehen, Sexualität genießen, auf natürliche Weise gesunde Kinder bekommen.

Mittlerweile stehen mehr als 30 Substanzen zur Verfügung. Die HIV- Therapie ist dabei immer einfacher, effektiver und verträglicher geworden: Oft reicht eine Pille pro Tag, die eine komplette Medikamentenkombination enthält. Die meisten HIV-Patientinnen und -Patienten spüren keine oder nur leichte Nebenwirkungen. Die Therapie beeinträchtigt ihr Alltagsleben also kaum.

Trotzdem bleibt die HIV-Infektion eine gewisse Belastung für den Organismus, unter anderem, weil sie eine chronische Entzündungsreaktion im Körper hervorruft. So steigt beispielsweise das Risiko einiger Tumorerkrankungen. Auch die Medikamente können den Körper auf Dauer schädigen, etwa indem sie die Nieren belasten oder die Cholesterinwerte erhöhen. Folgeschäden lassen sich durch gute ärztliche Betreuung und rechtzeitigen Wechsel zu anderen Präparaten aber in der Regel vermeiden.

Mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein möglichst früher Therapiebeginn für die Gesundheit von HIV-positiven Menschen am besten ist. Bei dieser Frage spielen aber auch persönliche Gründe eine Rolle. Die Zahl der Helferzellen im Blut bietet einen Anhaltspunkt, wann man spätestens beginnen sollte – sie sollte nicht unter 500 Stück pro Mikroliter Blut sinken. Rund drei Viertel der Menschen mit HIV in Deutschland nehmen HIV-Medikamente. Tendenz: steigend.

Zugleich wissen etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland nichts von ihrer HIV-Infektion und nehmen folglich auch keine HIV-Medikamente. Viele sind schon Jahre infiziert und laufen Gefahr, schwere Folgeerkrankungen bis hin zu AIDS zu bekommen. Zugleich können sie HIV leicht unwissentlich weitergeben. Eine wichtige Botschaft lautet daher: Wenn ein HIV-Risiko bestand, sollte man sich testen lassen. So hat man im Falle eines Falles den vollen Nutzen der HIV-Therapie.

Quelle: Deutsche Aids-Hilfe

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