29.11.2011
Inwiefern ist Darmkrebs erblich?
Menschen mit erblicher Vorbelastung erkranken sehr häufig auch bereits vor dem 50. Geburtstag an Darmkrebs und benötigen eine engmaschigere Kontrolle.
In den meisten Fällen ist Darmkrebs nicht erblich. „Aber bei bis zu einem Drittel der an Darmkrebs erkrankten Menschen war zuvor bereits ein enger Verwandter betroffen. Und bei etwa fünf Prozent dieser Patienten hat der Darmkrebs eine bekannte genetische Ursache", erklärt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen (bng). Für Menschen mit einer erblichen Vorbelastung oder mit familiären Risikofaktoren reiche die übliche Vorsorge durch eine Darmspiegelung, die ab dem 55. Lebensjahr allen gesetzlich Versicherten einmal in zehn Jahren zusteht, nicht aus. Vielmehr benötigen sie eine engmaschigere Kontrolle und eine genauere Analyse ihres Risikoprofils.
Besonderen Risiken müsse eine stärkere Aufmerksamkeit gewidmet werden, meint der bng-Experte. Heute ständen Fragebogen zur Verfügung, mit denen die persönliche Betroffenheit abgecheckt werden kann. Bereits ein Fall von Darmkrebs in der engeren Verwandtschaft gebe Anlass, zu besonderer Achtsamkeit. Dass diese Einsicht allmählich an Boden gewinnt, zeige zum Beispiel das Projekt ‚Familien vor Darmkrebs schützen', mit dem die Techniker Krankenkasse ihren Versicherten bei erhöhtem Darmkrebsrisiko zusätzliche Untersuchungen und frühzeitige Hilfe anbietet.
„Die niedergelassenen Gastroenterologen engagieren sich dafür, dass solche Projekte auf breiter Basis angeboten werden. Denn Darmkrebs kann durch Vorsorge verhindert beziehungsweise bei rechtzeitiger Erkennung geheilt werden", betont Theilmeier. Das Projekt ‚Familien vor Darmkrebs schützen' sei ein erfolgversprechendes Beispiel für die integrierte Versorgung, bei der ein hochqualifiziertes interdisziplinäres Netzwerk effektiv zur Senkung der Krebssterblichkeit in Deutschland beiträgt. „Wer sein persönliches Risiko kennen möchte, sollte sich an einen Gastroenterologen wenden und sich von ihm über angemessene und mögliche Vorsorge-Untersuchungen beraten lassen", empfiehlt Theilmeier.
Quelle: Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschland e.V.
