11.09.2013
Keine Angst vor Darm- oder Magenspiegelungen
Unter Narkose verläuft eine Endoskopie stress- und schmerzfrei. Außerdem besteht bei endoskopischen Untersuchungen nur ein geringes Komplikationsrisiko.
Der Gedanke an eine endoskopische Untersuchung, etwa eine Magen- oder Darmspiegelung,
erzeugt bei vielen Menschen Unbehagen. Beruhigungsmittel können diese Ängste nehmen, wie Viszeralmediziner betonen. Denn dank Sedierung könne die Untersuchung für den Patienten völlig stress- und schmerzfrei durchgeführt werden. Das geringe Komplikationsrisiko bei endoskopischen Untersuchungen zeigen zwei aktuelle Studien.
Untersuchungen mit dem Endoskop sind wichtig und aufschlussreich: Bei einer Koloskopie beispielsweise, der Untersuchung des Dickdarms, erkennt der Arzt Vorstufen von Darmkrebs und kann diese, anders als bei vielen anderen Vorsorgeuntersuchungen, auch sofort entfernen. Dennoch fürchten viele Menschen sie. „Dabei machen es moderne Sedierungsverfahren heute möglich, dass Patienten mit Beginn der Untersuchung einschlafen und unmittelbar mit dem Ende wieder aufwachen, ohne die Prozedur miterlebt zu haben oder als unangenehm in Erinnerung zu behalten," sagt Professor Dr. med. Karel Caca, Vorsitzender der Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Hat der Patient ein Beruhigungsmittel erhalten, ermögliche dies auch dem Endoskopieteam ein ruhiges, zielgerichtetes Arbeiten.
Das Komplikationsrisiko im Zusammenhang mit Sedierungen ist gering, wie zwei aktuelle Studien ergeben haben: Bei der Auswertung von 388.404, beziehungsweise 191.142 endoskopischen Untersuchungen ergaben sich in nur 0,01 beziehungsweise 0,00042 Prozent der Fälle sedierungsassoziierte Komplikationen. Diese traten zumeist bei Notfallendoskopien, oder aber bei
Patienten mit hohen Risiken, wie etwa mehreren Vorerkrankungen, auf.
Professor Caca verweist auf eine Leitlinie der DGVS zur Sedierung bei Endoskopien. Darin sei unter anderem festgeschrieben, dass bei der Untersuchung eine Person ausschließlich für die Überwachung des Patienten zuständig sei. Außerdem muss das Personal im Umgang mit den verschiedenen
Narkosemitteln geschult sein. „Die Sedierung in der Endoskopie ist sicher", betont der Ärztliche Direktor der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hämato-Onkologie, Diabetologie und Infektiologie in Ludwigsburg.
Eine Endoskopie dauert in der Regel nicht länger als 20 oder 30 Minuten. Patienten sollten ihren Arzt vorher auf jeden Fall über mögliche Allergien und Vorerkrankungen informieren. Für die Spiegelung von Speiseröhre und Magen ist keine größere Vorbereitung nötig. Betroffene sollten aber zwölf Stunden vorher nichts gegessen und sechs Stunden vorher nichts getrunken haben. Vor einer Koloskopie wird einige Tage lang leichte Kost empfohlen. Am Tag vor der Untersuchung muss abgeführt werden - je sauberer der Darm, umso mehr sieht der Gastroenterologe. Dazu erhält der Patient ein in mehrere Liter Flüssigkeit aufgelöstes Abführmittel. Anschließend ist nur noch Trinken erlaubt.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
