13.03.2012
Kinder mit Arthritis haben offenbar ein erhöhtes Krebsrisiko
Eine Erkrankung an juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) ist wahrscheinlich mit einer höheren Krebsgefahr verbunden, allerdings liegt das offenbar nicht an den eingesetzten Medikamenten.
Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist eine autoimmunbedingte, entzündlich-rheumatische Erkrankung. Generell wird diskutiert, ob bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Grunderkrankung ein von der Therapie unabhängig erhöhtes Krebsrisiko im Vergleich zur Normalbevölkerung vorliegt. Diese Frage stellt sich insbesondere nach einer Veröffentlichung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA im Jahre 2008, in der bei 48 Kindern, welche mit einem TNF-Blocker behandelt wurden, eine Krebserkrankung diagnostiziert worden war. TNF-Blocker sind Hemmstoffe des Signalstoffs Tumornekrosefaktor (TNF), der an der Steuerung der Zellaktivität des körpereigenen Immunsystems beteiligt ist.
Wissenschaftler um Timothy Beukelman von der University of Alabama in Birmingham haben Daten von über 7800 Heranwachsenden unter 17 Jahren mit JIA dahingehend analysiert, ob sich innerhalb einer Beobachtungszeit von fünf Jahren (2000 bis 2005) bösartige Tumore bildeten, und - wenn ja - bei welcher medikamentösen Therapie (siehe Arthritis & Rheumatism, Online-Vorabveröffentlichung am 12.2.2012). Ergebnis: Die Tumorrate fiel bei Kindern mit JIA insgesamt signifikant höher aus als bei Kindern ohne JIA. Eine Therapie mit einem TNF Blocker scheint dagegen keine Erhöhung eines Krebsrisikos mit sich zu bringen.
Experten schlussfolgern aus diesen Studienergebnissen, dass Kinder mit JIA aufgrund ihrer Krankheit ein erhöhtes Krebsrisiko haben, wobei insbesondere eine Therapie mit TNF-Blockern dieses Risiko aber nicht noch weiter zu steigern scheint. Allerdings seien weitere Studien erforderlich, die größer angelegt sind und länger laufen, um dieses Ergebnis zu untermauern.
Letztendlich sind nach Ansicht der Experten die Krebsrisiken, die mit einer Erkrankung an JIA verbunden sind, bisher offenbar unterschätzt wurden. Umso wichtiger sei es, die betroffenen Patienten, Familienangehörigen und behandelnden Ärzte auf das erhöhte Krebsrisiko bei JIA hinzuweisen und damit auf mögliche spätere Konsequenzen dieser Krankheit aufmerksam zu machen.
