08.09.2008

Knochenbrüche durch Wiederbelebung

Für eine erfolgreiche Reanimation müssen manchmal Verletzungen in Kauf genommen werden...

Durch Herzdruckmassage, Elektroschock oder Beatmung retten Ärzte und Pflegekräfte jedes Jahr vielen Menschen das Leben. Diese Maßnahmen können jedoch auch zu Verletzungen führen (Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008, 133: Seite 1244).

Bei der Herzdruckmassage muss der Brustkorb 100-mal pro Minute 4 bis 5 Zentimeter komprimiert werden. Vor allem bei älteren Menschen kommt es dabei häufig zu Brüchen von Rippen oder Brustbein. Auch bei einer Beatmung sind Verletzungen möglich: Kann der Beatmungsschlauch nicht durch Mund oder Nase zwischen den Stimmlippen des Kehlkopfes in die Luftröhre hindurch geschoben werden, können Schleimhauteinrisse, Blutergüsse oder auch Zahnschäden die Folge sein. Eine Defibrillation, bei der mittels Stromstößen versucht wird, tödliche Herzrhythmusstörungen zu beenden kann gelegentlich zu Hautrötungen führen, wenn in der Eile das schützende Gel nicht aufgetragen wurde. Diese heilen jedoch wieder ab.

Den Erfolg der Wiederbelebung gefährden diese Verletzungen jedoch in aller Regel nicht. Dennoch sollte der Arzt Maßnahmen ergreifen, um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Dazu gehört beispielsweise das Legen einer Magensonde, wenn durch die Beatmung Luft in den Magen gelangt ist. Diese kann dann durch die Sonde entweichen, und die Gefahr, dass die Magenwand beschädigt wird oder Mageninhalt in die Luftröhre gelangt, wird verringert. Laien sollten auf eine Beatmung ganz verzichten.