25.10.2016

Kommunikationsbarrieren bei Menschen mit Rheuma häufig

Eine Online-Befragung von Patienten mit Rheuma zeigt, dass ihre Teilhabe am sozialen Leben oft eingeschränkt ist. Dabei spielen kommunikative Probleme offenbar eine wesentliche Rolle.

Mehr als 2.000 Menschen mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen hat eine Forschergruppe aus Halle um Diplom-Psychologin Dr. Juliane Lamprecht und Diplom-Soziologin Anja Thyrolf vom Institut für Rehabilitationsmedizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit Unterstützung der Deutschen Rheuma-Liga mithilfe eines Online-Fragenbogens zu krankheitsbezogenen Kommunikationsbarrieren befragt. 1015 Antworten konnten ausgewertet werden. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtete von Konversationsproblemen bei Gesprächen über Krankheitsaspekte in unterschiedlichen Alltagssituationen. Besonders häufig wurden die Kommunikationsbarrieren bei Behördengängen und im Berufsleben erlebt. Insbesondere im Kontakt mit Vorgesetzten und anderen Autoritäten machen Menschen mit Rheuma die Erfahrung, dass ihnen die krankheitsbezogene Kommunikation schwerfällt. Dies betrifft besonders häufig Situationen, in denen sie „nein" sagen müssten. Jüngere Menschen und Frauen tun sich mit der Kommunikation krankheitsspezifischer Aspekte besonders schwer, sind weniger selbstsicher und zurückhaltender in der Kommunikation auch mit Ärzten. Basierend auf diesen Ergebnissen soll nun ein spezifisches Kommunikationstraining für Menschen mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen für solche Situationen entwickelt werden.

Diplom-Psychologin Dr. Juliane Lamprecht hat an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Psychologie studiert. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Themen wie soziale Teilhabe, Lebensqualität oder soziales Netzwerk. Diplom-Soziologin Anja Thyrolf hat an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Soziologie studiert und beschäftigt sich neben dem Thema soziale Teilhabe insbesondere mit Kommunikationsbarrieren im Alltag. Beide sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am dortigen Institut für Rehabilitationsmedizin unter Leitung von Prof. Dr. med. Wilfried Mau.

Für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der rheumatologischen Rehabilitation und Versorgungsforschung verleihen die Hans Hench-Stiftung zur Förderung der Rheumatologie e. V. in Freiburg und die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) einen Nachwuchspreis in Höhe von 2.000 Euro. Dieser Preis wurde dieses Jahr im Rahmen des Jahreskongresses der DGRh in Frankfurt an die beiden Wissenschaftlerinnen verliehen. Namensgeber des Preises ist Hans Hench, Diplom-Ingenieur und Unternehmer aus Inzlingen. Er gründete 1988 die Hans-Hench-Stiftung zur „Förderung fortbildungswilliger Doktoranden, Diplomanden, Ärzte und Therapeuten, die nicht in der Lage sind, die dafür erforderlichen Kosten selbst aufzubringen."

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.