26.11.2008

Krebsvorsorge kann auch im Alter Leben retten

Krebserkrankungen können auch bei älteren Menschen erfolgreich behandelt werden...

Auch im Alter können Krebserkrankungen erfolgreich behandelt werden. Einer neuen Untersuchung zufolge überleben ältere Menschen Krebs im Schnitt genauso lange wie jüngere, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit. Vielmehr gelte für ältere und jüngere Menschen gleichermaßen: Wer regelmäßig zur Krebsvorsorge geht, hat die besten Heilungschancen.

Eine Studie spanischer Wissenschaftler legt nahe, dass die Überlebenschancen bei Krebs unabhängig vom Lebensalter sein könnten (Int J Clin Pract 2008, 62: Seite 1723). Demnach scheint das kalendarische Alter den Erfolg einer Krebstherapie weniger zu bestimmen als andere Faktoren, z.B. die Anzahl und Verbreitung von Tochtergeschwüren (Metastasen), die körperliche und psychische Verfassung oder wie sehr der Krebs die Funktion der befallenen Organe beeinträchtigt.

Krebs im Alter muss kein Todesurteil sein

Alter an sich beeinflusst also nicht zwangsläufig die Erfolgsaussichten einer Krebsbehandlung. Der Erfolg einer Krebstherapie hängt in erster Linie vom Zeitpunkt der Diagnose ab: Je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto besser kann sie behandelt werden. „Angebote zur Darm-, Brust- oder Prostatakrebsprävention sollten deshalb auch von älteren Menschen wahrgenommen werden", rät Dr. Michael Denkinger vom BDI.

Dringend verbessert werden müsste nach Ansichten des Experten die Erforschung optimaler Behandlungen speziell für ältere Patienten. Denn obwohl deutlich mehr ältere Menschen an Krebs erkranken, werden neue Behandlungen vor allem an jüngeren Patienten untersucht. „Rund 60% aller Krebspatienten sind über 65, der Anteil dieser Patienten in Forschungsstudien beträgt aber unter 25%", beklagt Dr. Denkinger. Die Wirkung einer Krebsbehandlung könne sich aber bei älteren und jüngeren Patienten durchaus unterscheiden. „Diese Unterschiede werden in Studien zur Krebsbehandlung bislang häufig nicht genügend berücksichtigt. Ältere Patienten sollten deshalb stärker in solche Untersuchungen einbezogen werden. Dabei gilt es, besonders auf die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit und weniger auf das Alter zu schauen", fordert Dr. Denkinger.