12.04.2019

Light-Getränke können das Schlaganfallrisiko erhöhen

Vor allem adipöse Frauen (mit einem Body Mass Index von 30 oder mehr), die zwei oder mehr Diätgetränke pro Tag trinken, haben ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, berichten US-Forscher.

Null Zucker – das versprechen künstlich gesüßte Diätgetränke. Trotzdem schaden sie der Gesundheit. Eine neue Studie weist darauf hin, dass sie mit einem erhöhten Risiko für ischämischen Schlaganfall, koronare Herzkrankheit und Gesamtsterblichkeit assoziiert sind (siehe Stroke, Online-Veröffentlichung am 14.2.2019).

Forscher um Dr. Yasmin Mossavar-Rahmani des Albert Einstein College of Medicine New York teilten im Rahmen der Women’s Health Initiative Frauen in verschiedene Gruppen ein, abhängig davon, wie viele Diätgetränke sie konsumierten. Die Frauen mit dem höchsten Konsum tranken zwei oder mehr davon pro Tag. Sie hatten ein um 23% erhöhtes Risiko für tödliche und nicht tödliche Schlaganfälle im Vergleich zu der Gruppe, die weniger als ein Light-Getränk pro Woche konsumierte. Zudem hatten sie ein um 81% erhöhtes Risiko für den Verschluss kleiner Hirnarterien (Small Artery Occlusion).

Die Forscher werteten die Daten von 81.714 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren aus, die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit lag bei 12 Jahren. Die Teilnehmer füllten unter anderem Fragebögen aus über ihren Konsum künstlich gesüßter Getränke, wie zum Beispiel Diet Coke. Das Forscherteam erfasste auch Merkmale wie Ethnie, Body-Mass-Index, Lebensstil, soziodemographische Daten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Konsum gezuckerter Softdrinks wurde ebenfalls registriert. Dabei zeigte sich, dass die meisten Frauen entweder Diätgetränke oder gezuckerte Drinks konsumierten, aber selten beides.

Wer zwei oder mehr Light-Getränke pro Tag trank, hatte ein um 31% erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall und ein um 29% erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheiten. Das Gesamtmortalitätsrisiko war um 16% erhöht. Nach dem dritten Jahr des Follow-ups traten insgesamt 2838 tödliche und nicht tödliche Schlaganfälle, 2227 ischämische Schlaganfälle, 422 hämorrhagische Schlaganfälle, 3618 koronare Herzkrankheiten und 15 005 Todesfälle auf.

Auffällig war die Abhängigkeit vom Body-Mass-Index: Ein hoher Konsum künstlich gesüßter Getränke war nur bei Frauen mit einem BMI von 30 kg/m2 oder mehr signifikant mit einem erhöhten ischämischen Schlaganfallrisiko assoziiert. Im Gegensatz dazu war ein hoher Diätgetränkekonsum nur bei Frauen mit einem BMI von weniger als 30 kg/m 2 mit einer erhöhten Gesamtmortalität verbunden. Eine Limitierung der Studie könnte sein, dass möglicherweise Frauen mit bereits bestehenden Gesundheitsproblemen eher zu Diätgetränken greifen.

Studienleiterin Mossavar-Rahmani empfiehlt Ärzten, mit ihren Patienten über gesunde Trinkgewohnheiten zu sprechen. Light-Getränke sollten nicht als harmlos abgetan werden, Wasser sei immer noch die gesündere Alternative. Wenn Diätgetränke eingesetzt werden, um stark an gezuckerte Limonaden gewöhnten Menschen den Übergang zu Wasser und gesünderen Getränken zu erleichtern, sollten sie nur eine zeitliche begrenzte Zwischenstufe darstellen, schreibt Dr. Hannah Gardener von der Universität Miami in einem Begleitkommentar.

Quelle: Kardiologie.org

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