01.07.2020

Magenschleimhautentzündung: Was tun?

Das Patiententelefon mit Experten der Gastro-Liga e. V. zum Thema "Magenschleimhautentzündung" ist am Mittwoch, dem 1. Juli 2020, von 18 bis 20 Uhr erreichbar.

Übelkeit, Völlegefühl oder Schmerzen im Oberbauch – das sind die typischen Beschwerden einer akuten Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Bei einer chronischen Gastritis haben viele Patienten dagegen über lange Zeit gar keine Beschwerden. Langfristig kann es jedoch zu Vitamin-B12-Mangelzuständen kommen und auch die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Magengeschwüren und Magenkrebs steigt an.

Der Magen produziert Magensäfte, die dazu dienen, die aufgenommene Nahrung zu verdauen. Damit der Magen sich nicht selbst verdaut, ist er durch die Magenschleimhaut geschützt. Wenn dieser Schutzmantel beschädigt ist oder zu viel Magensäure produziert wird, kann dies zu einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) führen. Diese kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen.

Eine akute Gastritis macht sich durch starke Schmerzen in der Magengegend und im Rücken, durch Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit bemerkbar. Sie kann durch zahlreiche Faktoren ausgelöst werden. Eine häufige Ursache ist der Konsum von Substanzen, die die Magenschleimhaut reizen (z. B. Nikotin, Alkohol).

Mitunter kann aus einer akuten Gastritis auch eine chronische Entzündung entstehen. Die chronische Gastritis entwickelt sich langsam und verursacht häufig keine Beschwerden. Prof. Dr. Wolfgang Fischbach, Vorsitzender der Gastro-Liga e.V. und Gastroenterologe in Aschaffenburg, erläutert dies so: „Es werden drei Formen der chronischen Gastritis unterschieden. Die Gastritis Typ A entsteht durch einen sogenannten Autoimmunprozess, bei dem Teile des eigenen Immunsystems die Zellen der Magenwand angreifen und schädigen. Diese Form geht häufig mit einer Vitamin-B12-Aufnahmestörung einher. Die zweite und häufigste Form ist die Gastritis Typ B. Sie wird in den meisten Fällen durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst. Unter einer Typ-C-Gastritis versteht man eine durch Medikamente oder andere Reizstoffe (C: chemisch) hervorgerufene Magenschleimhautentzündung.

Da die Ursachen einer Gastritis sehr unterschiedlich sein können, unterscheiden sich auch die Therapieansätze bei den verschiedenen Gastritisformen. Bei einer akuten Gastritis können Schonkost und Bettruhe zunächst sinnvoll sein. Schleimhautreizende Stoffe sollten vorerst vermieden werden.

„Der wichtigste Schritt zur Diagnose einer chronischen Gastritis ist die Magenspiegelung mit gleichzeitiger Entnahme von Gewebsproben“, erklärt Prof. Fischbach. „Das Ergebnis der Gewebeuntersuchung gibt Aufschluss über die bestehende Grunderkrankung. Dementsprechend können dann therapeutische Maßnahmen ergriffen werden. Liegt beispielsweise eine Typ-B-Gastritis vor, die auf einer Infektion mit dem Erreger Helicobacter pylori beruht“, führt Prof. Fischbach weiter aus, „steht zur Behandlung eine Kombinationstherapie mit zwei Antibiotika und einem Magensäureblocker für 10-14 Tage zur Verfügung. Ein Ansprechen auf diese Therapie muss überprüft und der Erreger vollständig entfernt werden.“

Am Mittwoch, dem 1. Juli 2020, ist das Patiententelefon der Gastro-Liga von 18.00 bis 20.00 Uhr zum Thema „Magenschleimhautentzündung“ erreichbar. Betroffene und Interessierte können sich bei den Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen unter der Telefonnummer 0641 – 9 74 81 20 informieren.

Quelle: Gastro-Liga e. V. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung e. V.

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