31.07.2007

Marathonlauf nur nach vorheriger Untersuchung durch den Arzt

Hobbysportler sollten Experten zufolge keinen Marathon laufen, ohne sich vorher ärztlich untersuchen zu lassen. Viele überschätzen und überanstrengen sich bei solchen Läufen - das kann tödlich enden...

Experten schätzen, dass nur jeder Dritte Freitzeitsportler vor einem Marathonlauf einen Arzt aufsucht. „Viele Menschen bewegen sich im Alltag zu wenig und werden durch Computer, Fernsehen und Auto zur Bequemlichkeit verleitet", sagt Prof. Martin Halle vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Sie sind dann oft nicht fit genug für einen Marathonlauf. „Untrainierte Hobbysportler benötigen mindestens ein Jahr Vorbereitung, wenn sie bei einem Marathon mitlaufen wollen", rät der Sportmediziner. Teilweise würden zwar Fitness-Programme mit Titeln wie «In 100 Tagen fit für den Marathon» angeboten, davon sei aber eher abzuraten.

Bewegungsmangel sorgt zusammen mit anderen Risikofaktoren häufig für verengte Gefäße, so dass große Belastungen leichter zu einem Herzinfarkt führen. Besonders Hobbyläufer im Alter über 40 Jahren leiden oft an Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Aber auch bei Jüngeren können angeborene Herzrhythmusstörungen bei extremen Belastungen zum Tod führen. Dabei können auch Stadtläufe über kürzere Distanzen für Betroffene eine Gefahr für ihre Gesundheit darstellen: In diesem Jahr sind in Deutschland bereis 8 Menschen bei Laufveranstaltungen gestorben. Damit ist die Zahl im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen.

Oft gehen Hobbysportler auch mit der falschen Einstellung an den Start: „Viele wollen sich etwas beweisen und setzen sich zu sehr unter Leistungsdruck", so Prof. Halle. Eine gesündere Herangehensweise sei es dagegen, locker und entspannt zu laufen, ohne auf die Uhr zu schauen. Auf diese Weise könnten Läufer mehr auf die Signale ihres Körpers achten und vermeiden, sich zu überfordern.

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