10.06.2015
Mehr Aufmerksamkeit für Psoriasisarthritis gefordert
Die entzündliche Gelenkerkrankung Psoriasisarthritis kann mit oder ohne Schuppenflechte einhergehen, die Mobilität der Patienten erheblich einschränken und zu Behinderung führen.
Etwa 5 bis 20 % der Patienten mit Schuppenflechte erkranken auch an entzündlichem Gelenkrheuma mit Steifheit, Schwellung und Schmerzen der Gelenke. Dieses Psoriasisarthritis genannte Krankheitsbild kann aber auch ohne begleitende Schuppenflechte der Haut oder der Fingernägel auftreten und wird nicht selten erst so spät erkannt, dass die Gelenke dann schon dauerhaft geschädigt sein könnten. Psoriasisarthritis kann insofern die Mobilität der Betroffenen erheblich einschränken und zu Behinderung führen. Darauf hat die International Federation of Psoriasis Associations (IFPA) anlässlich der Eröffnung des 68. World Health Assembly hingewiesen.
Obwohl Psoriasisarthritis die zweithäufigste entzündliche Gelenkerkrankung darstellt, seien sich viele Menschen zu wenig bewusst, welche Belastung die Erkrankung sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft bedeutet. Viele Patienten seien nicht arbeitsfähig und benötigen eine Behandlung. Da es wirksame Therapien gibt, sei es besonders wichtig, die Erkrankung schneller als bisher zu erkennen. Dazu sei mehr Aufklärung sowohl der Betroffenen als auch der Ärzte erforderlich.
Infolge des Fortschreitens der Erkrankung, zunehmender Behinderung, hinzukommender Begleiterkrankungen, schwindender Lebensqualität, Arbeitsunfähigkeit und steigender Behandlungskosten können die Langzeit-Auswirkungen von Psoriasisarthritis gravierend ausfallen. Mit Ihrem Aufruf hofft die IFPA Patientenorganisationen weltweit dazu zu animieren, sich mehr für Psoriasisarthritis-Patienten einzusetzen, um deren Situation zu verbessern. Der Krankheit sollte in der Gesundheitspolitik wie auch in Behinderten-Foren einen größerer Stellenwert eingeräumt werden. Zielsetzung sind eine möglichst frühe Diagnose und effektive Behandlung.
Die ehemalige Vizepräsidentin der European League Against Rheumatism (EULAR) und selbst Betroffene, Maarten de Wit, begrüßt die Aktion und will anderen Mut machen: „Ich bin Psoriasisarthritis-Patientin, seitdem ich fünfzehn Jahre alt bin, und habe selbst erfahren, wie die Krankheit mein Leben in Beschlag genommen hat: Ich konnte nicht mehr arbeiten, litt unter anhaltenden Schmerzen, Erschöpfung (Fatigue), sozialer Isolation und depressiven Verstimmungen. Glücklicherweise haben dann aber eine OP, der Umzug in ein barrierefreies Haus und neuartige, wirksame Medikamente mein Leben verändert. Jetzt kann ich wieder etwas für die Gesellschaft beitragen und mich am Leben freuen."
Quelle: IFPA-Aufruf vom 18.5.2015
