26.10.2014

Mehr Bewegung hilft, Medikamente bei der Rheumatherapie einzusparen

Bewegungstherapie hilft, bei aktiver Spondyloarthritis die Menge der einzunehmenden Rheumamedikamente zu reduzieren. Darauf machen die Rheumatologen des BDRh aufmerksam.

Für entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (RA) und Spondyloarthritiden sollte Bewegungstherapie ein fester Bestandteil des Behandlungskonzeptes sein. Leider wird hierzulande immer weniger Bewegungstherapie verordnet - derzeit erhalten sie nur etwa zwanzig Prozent der RA-Patienten. Deshalb sollten betroffene Patienten sich selbständig - also auch unabhängig von einer ärztlichen Verordnung - dafür einsetzen, langfristig mehr Sport und Bewegung in ihren Alltag zu integrieren. Dazu raten die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh). „Bewegung ist bei der Behandlung von Rheuma weiterhin wichtig - die damit erzielbaren Effekte sind auch auf molekularer Ebene längst erwiesen: Bewegungstherapie kann die Entzündungsprozesse bei rheumatischen Erkrankungen nachweislich günstig beeinflussen und den Spiegel an Entzündungsfaktoren - wie z.B. Tumor Nekrose Faktor (TNF)-alpha und RANKL - senken", erläutert Frau Dr. Zinke, Vorstandsmitglied des BDRh und praktizierende Rheumatologin in Berlin.

Weniger Medikamente bedeuten auch geringere Behandlungskosten

Bei einigen rheumatischen Erkrankungen ist es inzwischen auch erwiesen, dass durch eine intensivierte Bewegungstherapie die Menge der einzunehmenden Rheumamedikamente reduziert werden kann. So konnte eine kleinere Pilotstudie (siehe The Journal of Rheumatology 2014, Band 41, Seite 1897-1898) zeigen, dass Patienten mit aktiver Spondylarthritis, die mehr Bewegung (in Form von drei halbstündigen Übungen pro Woche über vier Monate hinweg) mit nur der Hälfte der üblichen Menge an Rheumamedikamenten (Biologika) kombinieren, eine mit Biologika in voller Dosis vergleichbare, gute Wirkung mit deutlicher Linderung ihrer Schmerzen und Symptome erzielen können. Auch die Menge an NSAR (z.B. Diclofenac oder Ibuprofen) konnte gesenkt werden. „Eine multimodale Therapie, die Bewegungstherapie mit einschließt, kann dazu beitragen, Biologika einzusparen und damit auch die Kosten für die Behandlung erheblich zu senken", betont Frau Dr. Zinke. „Außerdem wird das Risiko für medikamentöse Langzeitnebenwirkungen gesenkt."

Quelle: äin-red

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