27.03.2016

Mehr Herzinfarkte nach der Zeitumstellung

In den drei Tagen nach der Zeitumstellung häuft sich hierzulande die Zahl der Herzinfarkte: Diese war in den vergangenen zehn Jahren jeweils um 20% höher als an anderen Tagen.

Die Uhren wurden dieses Jahr am Ostersonntag um 2 Uhr früh um eine Stunde auf die Sommerzeit vorgestellt. Leider leiden immer mehr Menschen in Deutschland unter der Zeitumstellung: 29% geben an, deswegen schon einmal Probleme gehabt zu haben - 5% mehr als 2013. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Befragung der DAK-Gesundheit (Repräsentative Bevölkerungsumfrage durch Forsa am 22. und 23. Februar 2016, 1001 Befragte bundesweit). Einzelne Betroffene haben offenbar sogar massive Gesundheitsbeschwerden durch die Zeitumstellung. In den drei Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit häuft sich die Zahl der Herzinfarkte. Das zeigt eine statistische Auswertung von Krankenhausdaten der DAK-Gesundheit: Während normalerweise täglich im Schnitt 45 Personen einen akuten Herzinfarkt erleiden, sind es an den drei Tagen nach der Umstellung auf Sommerzeit 54 - ein Anstieg von 20%. Männer und Frauen sind etwa gleich betroffen.

Laut DAK-Befragung führt die Zeitumstellung bei den meisten Menschen dazu, dass sie sich schlapp und müde fühlen. 81% haben dies schon erlebt. Zwei Drittel leiden unter Einschlafproblemen oder Schlafstörungen. Jeweils gut 40% können sich schlechter konzentrieren oder sind gereizter als sonst. Ein Viertel der Befragten kam wegen der Zeitumstellung schon zu spät zur Arbeit. Immerhin jeder Zehnte nennt depressive Verstimmungen als Folge. Eine Erklärung für den Anstieg der Probleme seit 2013 gibt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas: „Schwierigkeiten mit der Anpassung des Biorhythmus an die Sommerzeit sind in den vergangenen Jahren mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dadurch nehmen wir diese Probleme eher wahr und ordnen sie der Zeitumstellung zu."

Zeitgleich mit den Problemen steigt die Ablehnung in der Bevölkerung. 74% halten die Zeitumstellung für überflüssig. 2013 sagten das nur 69%. Am wenigsten Probleme haben die unter 30-Jährigen mit der Zeitumstellung. In dieser Altersgruppe wollen nur knapp 60%, dass sie abgeschafft wird. Bei den über 60-Jährigen sind es mit 79% deutlich mehr. Auch regional gibt es Unterschiede: Im Osten Deutschlands hat die Zeitumstellung am wenigsten Befürworter, hier halten sie 80% für überflüssig.

Quelle: DAK-Gesundheit