14.05.2008
Mehr HIV-Erkrankungen in Deutschland
Nach einem jahrelangen Rückgang nimmt die Zahl der HIV-Infektionen seit einigen Jahren wieder zu...
Die Aids-Infektionen in Deutschland nehmen weiter zu: Im Jahr 2007 wurden nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) 2.752 neue Ansteckungen mit dem HI-Virus registriert, 4% mehr als 2006. Überdurchschnittlich stark gestiegen ist die Zahl der neuen HIV-Infektionen bei homosexuellen Männern. Im Vergleich zum Jahr 2006 wurden aber auch 7,5% mehr Neuinfektionen bei Heterosexuellen gemeldet. Rückläufig war die Zahl der Fälle dagegen bei Drogensüchtigen und Migranten aus Ländern mit hohen Aids-Zahlen.
HIV-Infektionen bleiben in erster Linie ein Großstadtproblem. Die meisten HIV-Erstdiagnosen, gerechnet auf 100.000 Einwohner, wurden in Köln (18,1), Düsseldorf (12,6), Berlin (12), Frankfurt am Main (11,9), München (11,7) und Hamburg (11,4) registriert. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geht davon aus, dass sich insbesondere homosexuelle Männer nicht hinreichend vor HIV schützen. In anderen sexuell aktiven Bevölkerungsgruppen hat der Schutz durch Kondome dagegen zugenommen. So ist der Anteil der Kondom-Nutzer bei den 16- bis 44-Jährigen seit 2004 von 69 auf 74% gestiegen. Bei Menschen mit wechselnden Sexualpartnern liegt die Quote nun sogar bei 87%.
Vor allem homosexuelle Männer stecken sich an
Betroffen von neuen HIV-Infektionen sind nach wie vor in erster Linie Männer. Die gemeldeten Ansteckungen stiegen von 2006 auf 2007 um 8% auf 2.285 an. Zu 65% haben sich Männer bei homosexuellen Kontakten angesteckt. Die Zahl der infizierten Frauen sank mit rund 500 Fällen dagegen auf den niedrigsten Wert seit 1993. Der Anteil der Frauen bei den registrierten Neuinfektionen liegt in Deutschland nun bei 16%.
Das RKI sieht bei den gestiegenen HIV-Erstdiagnosen auch einen Zusammenhang mit dem Anstieg von Syphilis und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie begünstigten eine HIV-Infektion. Die Zahl der HIV-Erstdiagnosen ist in Deutschland seit 2001 beständig angestiegen. Einen Teil der Meldungen erklärt sich das RKI aber auch mit einer stärkeren Inanspruchnahme von HIV-Tests.
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