21.10.2008
Methadon zerstört Leukämie-Zellen
Das Heroin-Ersatzmittel könnte künftig zur Krebsbehandlung eingesetzt werden...
Wissenschaftler des Universitätsklinikums Ulm haben an Leukämie-Zellen im Labor nachgewiesen, dass Methadon - eigentlich ein Mittel gegen körperliche Entzugserscheinungen bei Heroinabhängigkeit und Schmerzen - zum Absterben von Leukämie-Zellen führt. Das Medikament wirkte auch bei Krebszellen, die gegen eine Chemotherapie und Bestrahlung resistent waren.
Manche Leukämie-Zellen besitzen an ihrer Oberfläche Rezeptor-Moleküle, an die Methadon binden kann. Die Substanz hemmt dann die weitere Teilung und damit die Vermehrung der Krebszellen. Außerdem aktiviert sie einen natürlichen Selbstmordprozess, der die Krebszellen absterben lässt. Entscheidend ist dabei, dass das Methadon die gesunden Blutzellen nicht angreift.
Die Forscher hoffen nun, dass Methadon auch bei anderen Krebsarten ähnlich gut wirkt. Die Erkenntnisse der Ulmer Forscher sollen nun in weiteren Studien untersucht werden, um sie in konkrete Therapien umsetzen zu können.
