31.01.2016

Mit Bluthochdruck beim Bergsport gegen Blutdruckanstieg vorbeugen

Bluthochdruck-Patienten versuchen die dünnere Luft in den Bergen mit einem übertrieben starken Blutdruckanstieg zu kompensieren und sollten dem medikamentös vorbeugen. Dazu rät der BDI.

Patienten mit Bluthochdruck - und zwar auch solche mit nur leicht erhöhten Werten - müssen bei körperlicher Anstrengung in großen Höhen (wie zum Beispiel beim Skifahren oder Bergwandern) mit einem überschießenden Blutdruckanstieg rechnen, gegen den sie medikamentös vorbeugen sollten. Dazu raten die Internisten des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus Italien (siehe Journal of the American College of Cardiology 2015, Band 66, Seite 2806-2807). „Mit zunehmender Höhe wird die Luft dünner, das heißt die Versorgung mit Sauerstoff wird geringer. Dies versucht der menschliche Körper durch einen Anstieg des Blutdrucks zu kompensieren. Bei Bluthochdruckpatienten fällt diese Reaktion allerdings übertrieben stark aus", erläutert Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis.

Untersucht wurden 55 Patienten mit leichtem Bluthochdruck während eines Belastungstests auf dem Fahrradergometer zunächst auf Meereshöhe und dann in 3260 Metern Höhe. Grundsätzlich fiel die Blutdruckreaktion (Anstieg des systolischen Blutdrucks) bei körperlicher Anstrengung über 3000 Metern deutlich stärker aus als auf Meeresspiegelniveau. Dabei stiegen die Blutdruckwerte bei manchen Teilnehmern so stark an, dass die Belastungstests abgebrochen werden mussten. Bei zwei Teilnehmern wurde der Test bei den ersten Anzeichen einer Minderdurchblutung (sog. belastungsinduzierte Ischämie) frühzeitig gestoppt. „Da Bergsport für Bluthochdruckpatienten beträchtliche Gesundheitsrisiken beinhalten kann, sollten Betroffene gegen einen überschießenden Blutdruckanstieg vorsorglich Medikamente einnehmen. Diesem lässt sich mit einer Kombination aus langwirksamen Kalziumkanal- und Angiotensinblockern effektiv und ohne Einbußen der körperlichen Leistungsfähigkeit entgegenwirken", rät Dr. Wesiack.

Quelle: äin-red

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