25.03.2015

Morbus Bechterew-Patientin erhält Bandscheibenprothesen

Durch die Implantation zweier Bandscheibenprothesen im Halswirbelbereich einer Patientin mit Morbus Bechterw konnte eine künstliche Versteifung ihrer Wirbelsäule verhindert werden.

Einer 45-jährigen Patienten mit Morbus Bechterew, die bereits zwei Bandscheibenvorfälle im Bereich der Halswirbel erlitten hatte, sind im Februar erfolgreich zwei Bandscheibenprothesen eingesetzt worden. Nach Angaben des Marienkrankenhauses Kassel, wo die Operation durchgeführt wurde,  handelt es sich um die weltweit erste Implantation von Bandscheibenprothesen an der Halswirbelsäule bei einer Patientin mit Morbus Bechterew. Eine Implantation bei dieser schweren rheumatisch-entzündlichen Erkrankung sei eine besondere Herausforderung, da die Gefahr bestehe, dass die Prothesen bei der krankheitsbedingt fortschreitenden Verknöcherung der Wirbelsäule zerstört würden.  Umso mehr freue es nun die Mitarbeiter der Klinik, dass sie der Patientin mit der OP offenbar helfen konnten, ihre Lebensqualität deutlich zu steigern.

„Bei der Bechterew-Patientin wurden zwei Bandscheibenvorfälle im Bereich der Halswirbel festgestellt, die operativ behandelt werden müssen, da die Patientin unter Sensibilitätsstörungen und motorischen Ausfällen leidet", wird Dr. Kordian Wojtas, Chefarzt der Neurochirurgie am Marienkrankenhaus Kassel am 17.02.2015 vom Deutschen Ärzteblatt zitiert. Dass die Implantation von Prothesen bei der Patientin vorgenommen wurde, sei vor allem der Weiterentwicklung bei den Materialien und der Technik moderner Bandscheiben-Prothesen zu verdanken, so der Spezialist für Wirbelsäulenchirurgie. „In der Bandscheibenprothetik muss immer ein Kompromiss zwischen Belastbarkeit und Beweglichkeit gefunden werden, um die Stabilität der Wirbelsäule zu gewährleisten, aber gleichzeitig die Lebensqualität der Patienten so weit wie möglich zu erhalten. Mit den modernen Prothesen, bei denen zwei feste Metallplatten einen speziell geformten Kern umschließen, ist dies heute möglich. Mit der Implantation können wir die künstliche Versteifung der Wirbelsäule vermeiden und dieser jungen Patientin die Lebensqualität zumindest - abhängig vom Krankheitsverlauf - für die nächsten 10 bis 15 Jahre erhalten."

Vor der Entscheidung, diesen Eingriff durchzuführen, hat Wojtas den Fall auf zahlreichen internationalen Fachkongressen präsentiert und sich eng mit anderen international renommierten Experten abgestimmt, heißt es in einer Mitteilung der Klinik.