22.02.2015

Nagelveränderungen können Hinweis auf die Entwicklung von Rheuma sein

Nägel, die sich verdicken oder gelblich verfärben, sind für Patienten mit Schuppenflechte ein Warnzeichen für die Entwicklung einer rheumatischen Erkrankung - der sog. Psoriasis-Arthritis.

Bei fast jedem fünften Patient mit der nicht ansteckenden Hautkrankheit Schuppenflechte kommt es zusätzlich zu einer Gelenkbeteiligung aufgrund einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung - der so genannten Psoriasis-Arthritis. Diese bleibt allerdings oft lange sowohl von Ärzten als auch von Patienten unerkannt, was zu nicht mehr umkehrbaren Schädigungen am Knochengewebe der Gelenke führen kann. Ein Warnzeichen für Schuppenflechte-Patienten, das auf ihr größeres Risiko für die Entwicklung einer Psoriasis-Arthritis hinweist, ist eine Beteiligung der Nägel, die sich in Form von Verdickung, gelblicher Verfärbung und Ablösung von Finger- oder Zehennägel äußern kann. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) in Bad Aibling hin unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse von Forschern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, die drei große Querschnittsstudien mit rund 6000 Schuppenflechte-Patienten analysiert haben (siehe British Journal of Dermatology 2014, Band 171/Ausgabe 5, Seite: 1123-1128) .

Schuppenbildung auf der Kopfhaut ist hingegen kein Warnzeichen

„In der Studie zeigten Schuppenflechte-Patienten, die zusätzlich eine Psoriasis-Arthritis entwickelt hatten, deutlich häufiger auch eine Beteiligung der Nägel als Patienten ohne Psoriasis-Arthritis", berichtet Dr. Florian Schuch, Vorstandsmitglied des BDRh und praktizierender Rheumatologe in einer Gemeinschaftspraxis in Erlangen. „Dieser Zusammenhang lässt sich den Forschern zufolge aufgrund der großen anatomischen Ähnlichkeit von Nagelgewebe und Sehnenansätzen erklären. Ein weiterer, wenn auch weniger bedeutsamer Hinweis auf eine größere Gefährdung durch Psoriasis-Arthritis ist, dass Patienten wegen ihrer Schuppenflechte in den vergangenen fünf Jahren im Krankenhaus behandelt werden mussten. Demgegenüber scheint eine Beteiligung der Kopfhaut - also die so genannte Kopf-Psoriasis mit Schuppenbildung auf der Kopfhaut  - kein eindeutiges Kennzeichen für die Entwicklung einer Psoriasis-Arthritis zu sein."

Möglichst frühe Behandlung erforderlich, um irreversible Schädigungen zu verhindern

Bei rund 85 Prozent der Patienten mit einer diagnostizierten Psoriasis-Arthritis ist die Entwicklung dieser rheumatischen Erkrankung zuvor nicht näher aufgefallen. „Dabei wäre es angesichts der drohenden, irreversiblen Gelenkschädigungen besonders wichtig, Patienten mit Psoriasis-Arthritis so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln", betont Dr. Schuch. Der BDRh empfiehlt daher Hausärzten und Dermatologen, die Patienten mit Schuppenflechte behandeln, ihr Augenmerk verstärkt auch auf mögliche Veränderungen der Nägel zu richten und bei Angaben von stationären Aufenthalten in den letzten fünf Jahren wegen der Psoriasis hellhörig zu werden. „Das sind zwei Dinge, die sich relativ einfach in die ärztliche Routine integrieren lassen, dabei aber trotzdem die Versorgung der Patienten erheblich verbessern können", betont Dr. Schuch. 

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