04.12.2008
Neues Ebola-Virus entdeckt
Nach einem Ausbruch in Uganda sind nun 3 Ebola-Arten bekannt, die zum Tode führen können...
Amerikanische und ugandische Wissenschaftler haben neue Art des Ebola-Virus entdeckt, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit. Das bislang unbekannte Virus war für einen Ebola-Ausbruch 2007 im Westen Ugandas verantwortlich, bei dem rund 150 Menschen erkrankten und 37 starben.
Die nach ihrem Ausbruchsort „Bundibugyo-Ebola-Virus" genannte Art unterscheidet sich nach Angaben der Forscher in 30% seiner Erbsubstanz und stellt daher eine neue Spezies innerhalb der Gattung Ebola dar (PLoS Pathogens 2008, 11: e1000212). Damit sind nun insgesamt 5 verschiedene Ebola-Virus-Arten bekannt, von denen 3 ein so genanntes hämorrhagisches Fieber mit schweren inneren Blutungen hervorrufen können. Während der gefährlichste Typ – das Zaire-Ebola-Virus – in 80 bis 90% aller Fälle tödlich endet, führt die neu entdeckte Variante in 30 bis 40% der Fälle zum Tode.
Affen und Fledermäuse als Infektionsquellen
Ebola-Viren kommen ausschließlich in Zentral- und Westafrika vor und können durch direkten Kontakt mit Erkrankten oder infizierten Tieren übertragen werden. „Bislang sind vor allem Affen als Infektionsquelle bekannt. Die Erreger können durch Bisse auf den Menschen übertragen werden oder wenn verseuchtes Fleisch dieser Tiere zubereitet oder verzehrt wird. Das eigentliche Reservoir von Ebola-Viren und den verwandten Marburg-Viren scheinen nach neuesten Untersuchungen verschiedene Fledermausarten zu sein", sagt Prof. Thomas Löscher vom BDI. Bislang gibt es weder eine Impfung noch eine ursächliche Behandlung gegen eine Ebola-Infektion. „Am besten schützt man sich vor den Erregern, indem man den Kontakt mit ihren potenziellen Überträgern meidet. Da die Viren möglicherweise auch durch die Ausscheidungen infizierter Tiere übertragen werden können, sollten Touristen in den Verbreitungsgebieten von Ebola- und Marburg-Viren auch auf Höhlenbesuche verzichten, insbesondere wenn diese Fledermäuse beherbergen", warnt Prof. Löscher.
Darüber hinaus ist es nach Meinung von Tropenmedizinern absolut unerlässlich, sich vor Reisen in tropische Gebiete über eventuell notwendige Impfungen zu informieren und sich impfen zu lassen. „Gerade wer über Weihnachten eine Fernreise plant, sollte unbedingt noch seinen Impfschutz auffrischen. Impfungen gegen Hepatitis A und B sowie ein Schutz gegen Tetanus, Diphtherie und Polio sind bei Reisen in die Tropen unverzichtbar. Für einige Regionen Südost-Asiens können weitere Impfungen wie die gegen Typhus und Tollwut sowie eine Malaria-Prophylaxe sinnvoll sein", rät Prof. Löscher.
