28.06.2016

Neues Sportprogramm für Rheumatiker startet im Herbst

 Das sog. Aktiv-hoch-r-Programm richtet sich vor allem an Rheumatiker, deren Diagnose noch nicht so weit zurückliegt, und wurde von der Universität Erlangen für die Deutsche Rheuma-Liga entwickelt.

Mit einem neuen Sportprogramm will die Deutsche Rheuma-Liga künftig ihr Bewegungsangebot neben dem bereits existierenden Funktionstraining erweitern und dabei eine neue Untergruppe von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen ansprechen. „Das Programm ist vor allem für Rheumatiker gedacht, deren Diagnose noch nicht so weit zurückliegt", erläutert Prof. Dr. Klaus Pfeifer, der den Bewegungsleitfaden gemeinsam mit seinem Team an der Universität Erlangen und mit Unterstützung der Deutschen Rentenversicherung Bund entwickelt hat. Wer erste rheumatische Beeinträchtigungen verspürt, traue sich oft nicht, Sport zu treiben. Dabei kann wohldosierte Bewegung dazu beitragen, die Schmerzen der Patienten und die Steifigkeit ihrer Gelenke zu lindern. „Intensives körperliches Training trägt nicht, wie ursprünglich angenommen, zur Verstärkung krankheitsbedingter Beschwerden bei. Im Gegenteil: Sowohl bei Menschen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung, Weichteil-Rheumatismus oder Arthrose führt die Schaffung und der dauerhafte Erhalt körperlicher Fitness zur Verbesserung einer Vielzahl gesundheitsbezogener Parameter und damit im Resultat zu einer Steigerung der Lebensqualität", erklärt Prof. Pfeifer.

Die folgenden drei Bausteine bilden die Säulen des neuen Sportprogramms, das den Titel "aktiv-hoch-r" trägt und aus zwölf Einheiten von je 90 Minuten besteht: Bewegungs-, Steuerungs- und Selbstregulationskompetenz. Es richtet sich primär an Menschen zwischen 25 und 50 Jahren, bei denen eine rheumatische Erkrankung vorliegt, die aber noch keine oder nur geringe funktionelle Einschränkungen zur Folge hat. Es ist insbesondere für Einsteiger und Wiedereinsteiger konzipiert, steht aber aufgrund seiner Angebotsvielfalt auch Personen offen, die bereits sportlich aktiv sind.

Kernziel von „aktiv-hoch-r" ist es, rheumatisch erkrankte Personen frühzeitig und langfristig an körperliche Aktivität und körperliches Training heranzuführen. Die Teilnehmer der Kurse sollen also dazu angeleitet werden, Bewegung dauerhaft in ihren Alltag zu integrieren. „Dies funktioniert besonders gut, wenn man sich einen schriftlichen Plan erstellt, wann, mit wem und an welchem Ort zum Beispiel gewalkt wird. Das Notieren der Zielsetzung hilft, das Vorhaben auch wirklich in die Tat umzusetzen", empfiehlt Prof. Pfeifer, der darauf Wert legt, neben den motorischen Gesichtspunkten auch die Psyche der Teilnehmer auf diese Weise zu schulen. Motivation ist deshalb ein fester Bestandteil des Aktiv-hoch-r-Programms. Daher rät Prof. Pfeifer den Teilnehmern auch, sich mit Sportpartnern zu verbreden. Erste Kurse starten im Herbst 2016. Mehr Informationen unter: Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V., Tel: 0228 - 766 06 0.

Quelle: Deutsche Rheuma-Liga