20.09.2007

Neues Vorsorgeangebot schützt Familien vor Darmkrebs

Der Berufsverband Deutscher Internisten möchte mit einem „Darmkrebsvertrag" die Tumorerkennung bei Menschen mit erhöhtem Risiko für familiären oder erblichen Darmkrebs verbessern...

Das Versorgungsprojekt „Familien vor Darmkrebs schützen" des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) richtet sich an Darmkrebs-Patienten und ihre engsten Angehörigen. Sie können mittels eines Fragebogens ihr persönliches Darmkrebs-Risiko ermitteln. Ergibt der Test ein erhöhtes Risiko, können sich die Betroffenen von speziell für dieses Projekt geschulten Ärzten beraten und behandeln lassen. Für die Untersuchungen und Behandlungen fallen keine Praxisgebühren an, die medizinischen Daten der Betroffenen werden anonymisiert und streng vertraulich behandelt. Ziel der Leistungen ist, die Nachsorge von Darmkrebs-Patienten zu verbessern und ihre Angehörigen mit  Hilfe einer an das jeweilige Erkrankungsrisiko angepassten Früherkennungsstrategie zu betreuen.

Der Fragebogen zur Ermittlung des persönlichen Darmkrebsrisikos liefert Versicherten der Techniker Krankenkasse und ihren Ärzten Anhaltspunkte für das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein eines familiären oder erblichen Darmkrebsrisikos. Wenn sich auf Grund der Antworten herausstellt, dass in einer Familie ein familiäres oder erbliches Risiko für Darmkrebs vorliegt, kann der Arzt die Vor- und Nachsorgebehandlung optimieren und an das vorhandene Risiko anpassen. Durch rechtzeitige Untersuchungen kann er einen Tumor in einem so frühen Stadium entdecken, dass er heilbar ist. Dadurch steigen die Chancen, wieder gesund zu werden und gesund zu bleiben.

Angehörige von Betroffenen haben höheres Risiko

„Mit diesem neuen Behandlungsangebot fördert der BDI zusammen mit der Techniker Krankenkasse (TK), den Deutschen Humangenetikern, der Felix Burda Stiftung, der Medizinischen Hochschule Hannover sowie der Deutschen Krebshilfe die Früherkennung von Tumoren bei Menschen mit erhöhtem Darmkrebs-Risiko", sagt der BDI-Geschäftsführer Helge Rühl. Vor allem in Familien, in denen mehrere Personen an Darmkrebs erkrankt sind, kann eine erbliche Form von Darmkrebs vorliegen. „In diesen Fällen kann für viele Familien durch entsprechende Tests abgeklärt werden, ob bisher noch nicht erkrankte Familienmitglieder ein erbliches Risiko für eine Darmkrebserkrankung in sich tragen", erklärt Dr. Martin Strauch vom BDI. Bei familiärem Darmkrebs gibt es meist nur 2 erkrankte Personen in der Familie. „Wahrscheinlich liegt bei direkten Blutsverwandten ein höheres Risiko innerhalb der Familie vor, doch kennen wir hier die genauen Zusammenhänge nicht. Deshalb können wir die Erblichkeit auch nicht durch Tests bestätigen oder ausschließen", so der Gastroenterologe.

Bei Menschen, die 2 Verwandte 1. Grades mit Darmkrebs oder einen erkrankten Verwandten, der jünger als 50 Jahre ist, haben, steigt das Risiko auf über 20%. Das Erkrankungsrisiko beträgt sonst lediglich 5%. Experten gehen davon aus, dass 640.000 Menschen in Deutschland ein erhöhtes Risiko für familiären oder erblichen Darmkrebs haben. Im mitteleuropäischen Vergleich liegt Deutschland somit mit einem Erkrankungsrisiko von 0,78% - gemessen an der Gesamtbevölkerung - an erster Stelle.

Weitere Informationen finden Sie unter www.darmkrebsvertrag.de

Einen ersten Hinweis zu Ihrem persönlichen Darmkrebs-Risiko liefert Ihnen auch unser Online-Test.