23.06.2010

Nicht nur im Mittelmeer: Auch Schalentiere aus dem Atlantik mit Hepatitis A kontaminiert

Auch Muscheln aus dem Atlantik sind zu einem hohen Prozentsatz mit Hepatitis-A-Viren verunreingt. Eine Impfung gegen Hepatitis A bietet Muschelliebhabern den wirksamsten Schutz.

In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach Häufungen von Gelbsucht-Erkrankungen durch den Verzehr von Meeresfrüchten und Muscheln aus dem Mittelmeer. Eine spanische Studie zeigt nun, dass auch Muscheln aus dem Atlantischen Ozean zu einem sehr hohen Anteil mit Hepatitis-A-Viren kontaminiert sind. „Rund 43% sowohl der gezüchteten als auch der wild lebenden Muscheln vor der Küste Galiziens in Nordwest-Spanien tragen Hepatitis-A-Viren in sich. Besonders hoch ist die Durchseuchung bei der von Muschelliebhabern gern konsumierten Miesmuschel. Der Verzehr dieser Schalentiere birgt somit ein hohes Risiko für eine Ansteckung mit Hepatitis A", warnt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Neben der Miesmuschel sind der Untersuchung von Forschern der Universität von Santiago de Compostela zufolge auch die Venusmuschel sowie die Herzmuschel von einer starken Verunreinigung mit Hepatitis-A-Viren betroffen.

Das Hepatitis-A-Virus ist einer der häufigsten Auslöser für eine akute Hepatitis. Das Virus wird in erster Linie durch Schmierinfektion übertragen, vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser und kontaminierte Lebensmittel. „Die möglichen Symptome der Erkrankung reichen von Fieber, Übelkeit, Durchfall, Schwindel bis zur Dunkelfärbung des Urins und Gelbfärbung der Haut", erklärt Prof. Löscher. „Die Schwere der Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter."

Gelbsucht-Gefahr für Muschelliebhaber - Impfung empfohlen

Aufgrund ihrer Ernährungsweise durch Filtrieren des Meerwassers sind Muscheln besonders häufig von einer Kontamination mit Keimen betroffen. Ist das Meer durch ungeklärte Abwässer beispielsweise mit Hepatitis-A-Viren verunreinigt, reichern sich Krankheitserreger bevorzugt in diesen Organismen an. „Die Gefahr einer Übertragung der Hepatitis-A-Viren wird durch die Art der Zubereitung der Muscheln zusätzlich erhöht. Traditionell werden bestimmte Arten roh oder nur leicht gedünstet verzehrt. Dadurch werden die Keime nicht abgetötet. Zudem wird das ganze Tier inklusive der Innereien, die den höchsten Gehalt an Hepatitis-A-Viren aufweisen, gegessen", erklärt Prof. Löscher. „Einen sicheren Schutz vor einer Ansteckung mit Hepatitis A beim Verzehr von Muscheln bietet daher nur eine vorbeugende Impfung. Selbst nach einer Virusexposition hat die Impfung bis zu 2 Wochen danach noch eine protektive Wirkung."