31.05.2007
Organspende-Ausweis rettet Leben
Jeder, der seine Organe nach seinem Tod zur Verfügung stellt, kann im Durchschnitt 3 anderen Menschen das Leben retten. Anlässlich des Tags der Organspende rufen Experten deshalb zu mehr Spendenbereitschaft auf...
Obwohl mehr als 80% der Bundesbürger im Bedarfsfall selbst eine Organspende annehmen würden, besitzen nur knapp 12% einen Organspendeausweis. Trotzdem scheint die Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung vorhanden zu sein: Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung sind 77% der Bevölkerung prinzipiell bereit, ihre Organe nach dem Tod zur Verfügung zu stellen. Dies zeigt, dass sich Viele nicht mit diesem Thema auseinandersetzen. „Erst wenn ein Verwandter oder Bekannter betroffen ist, beschäftigen sich die Menschen damit", sagt Dr. Wolf von Römer vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).
Wer sich dagegen rechtzeitig Gedanken macht und einen Organspendeausweis bei sich trägt, kann also Leben retten. Auf der anderen Seite schafft er im entscheidenden Moment Klarheit. Denn wenn kein entsprechendes Dokument vorliegt, müssen im Fall eines Unfalls oder einer plötzlichen schweren Erkrankung die Angehörigen entscheiden.
Im Organspendeausweis können Spender das Einverständnis zur Organspende entweder generell erteilen auf bestimmte Organe oder Gewebe einschränken. Auch eine völlige Ablehnung einer Organspende ist möglich. In der Zeile "Anmerkungen /Besondere Hinweise" kann man eine Person benennen, die im Todesfall benachrichtigt werden soll. Das Ausfüllen dieser Erklärung ist ein völlig unbürokratischer Akt, der kaum Mühe erfordert. Ein Ausweis ist über die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung erhältlich. Auch in vielen Arztpraxen und Apotheken liegen Ausweise aus.
Obwohl die Zahl der Organspenden im letzten Jahr mit 1260 gespendeten Organen so hoch lag, wie nie zuvor, warten hierzulande noch immer fast 12.000 Menschen auf eine Niere, Leber, Herz, Lunge oder Bauchspeicheldrüse. In Deutschland sterben jeden Tag 3 Menschen, weil für sie kein Spenderorgan zur Verfügung stand. „Das einzige, was uns fehlt, sind eine ausreichende Menge an Spendern", so Dr. von Römer. Die Transplantationsmedizin sei heute so erfolgreich, dass die eingesetzten Organe über Jahrzehnte funktionsfähig blieben und die Patienten ein nahezu normales Leben führen könnten.
