03.10.2010
Rheuma bei Kindern noch gezielter behandeln
Zwei Forschungsprojekte sollen die Therapie von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen verbessern.
Etwa 20.000 Heranwachsende in Deutschland leiden an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Die häufigste Rheumaform im Kinder- und Jugendalter ist die juvenile
idiopathische Arthritis (JIA), wobei die Gelenkentzündung der rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen ähnelt: Die Gelenke entzünden sich, schmerzen und schwellen an – ohne erkennbare Ursache. Im Rahmen des 38. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), der vom 15. bis 18. September 2010 in Hamburg stattfand, haben Experten zwei Forschungsvorhaben vorgestellt, die zu einer Verbesserung der Therapiemaßnahmen für junge Rheumapatienten führen sollen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden.
Um Verlauf und Langzeitfolgen der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) zu klären, werden Mediziner in der Studie ICON-JIA sechs Jahre lang die Entwicklung von 800 Patienten und 800 gesunden Heranwachsenden untersuchen. „Wir wollen jene Einflüsse klären, die den Verlauf der Erkrankung vorhersagbar machen“, erklärt der Kinderrheumatologe Prof. Dr.med. Dirk Föll, Kongress-Präsident der 20. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), die gemeinsam mit dem 38. DGRh-Kongress und der 24. Jahrestagung der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie (ARO) in Hamburg stattfand.
Das Projekt AID-NET erforscht dagegen die autoinflammatorischen Syndrome ,
bei denen der Körper dauerhaft Abwehrreaktionen ausführt, also Entzündungsreaktionen gegen sich selbst richtet, obwohl keine fremden Erreger vorhanden sind. Zu solchen autoinflammatorischen Syndromen zählen zum Beispiel das familiäre Mittelmeerfieber (FMF) oder das Muckle Wells-Syndrom. Die Forscher wollen die Ursachen entschlüsseln, die zu den typischen Anfällen mit Fieber und Entzündungen führen. Zudem suchen sie in Erbgut und Blutserum der Patienten nach Substanzen – so genannten Markern – die Hinweise auf Grad und Verlauf der Krankheiten geben.
