16.11.2010

Rheuma bei Kindern und Jugendlichen soll näher erforscht werden

Zwei neue Forschungsvorhaben sollen die Therapie von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen verbessern.

Etwa 20.000 Heranwachsende in Deutschland leiden an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Zwei neue Forschungsprojekte, die im September auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Hamburg vorgestellt wurden, sollen nun helfen, die Therapie von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern. 

Das Netzwerk ICON-JIA untersucht die juvenile idiopathische Arthritis (JIA), welche die häufigste Rheumaform im Kinder- und Jugendalter darstellt. Die Gelenkentzündung ähnelt der rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen: Die Gelenke entzünden sich, schmerzen und schwellen an – ohne erkennbare Ursache. Um Verlauf und Langzeitfolgen der JIA zu klären, untersuchen Mediziner in der Studie ICON-JIA sechs Jahre lang die Entwicklung von 800 Patienten und 800 gesunden Heranwachsenden. „Wir wollen jene Einflüsse klären, die den Verlauf der Erkrankung vorhersagbar machen“, erklärt der Kinderrheumatologe Prof. Dr. med. Dirk Föll, Kongress-Präsident der 20. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), die gemeinsam mit dem 38. DGRh-Kongress und der 24. Jahrestagung der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie (ARO) in Hamburg stattfand.

Gegenstand des Projekts AID-NET sind demgegenüber die selten auftretenden, so genannten autoinflammatorischen Syndrome, bei denen der Körper dauerhaft Entzündungsreaktionen gegen sich selbst richtet, also ungerichtete Abwehrreaktionen ausführt, obwohl keine fremden Erreger vorhanden sind. Dazu zählen zum Beispiel das familiäre Mittelmeerfieber (FMF) oder das Muckle-Wells-Syndrom. Die Forscher wollen die Ursachen entschlüsseln, die zu den typischen Anfällen mit Fieber und Entzündungen führen. Zudem suchen sie in Erbgut und Blutserum der Patienten nach Substanzen (so genannte Marker), die Hinweise auf Grad und Verlauf der Krankheiten geben.