03.01.2011
Rheumaforschungszentrum Berlin erhält Rheo-Fortschrittspreis 2010
Für verlässliche Angaben über die Versorgungssituation von Rheumatikern in Deutschland wurde ein langjähriges Projekt der Versorgungsforschung ausgezeichnet.
Für besonderes gesellschaftliches Engagement zum Wohle rheumakranker Menschen verleiht die Deutsche Rheuma-Liga jedes Jahr einen Ehrenpreis, den rheo-Fortschrittspreis. Dieses Jahr wurde Frau Prof. Dr. Angela Zink, Leiterin des Forschungsbereichs Epidemiologie des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin und ihr Mitarbeiterteam in der Dokumentation ausgezeichnet. Dank der Versorgungsforschung von Prof. Zink und ihrem Team ständen verlässliche Angaben über die Versorgungssituation der Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen in Deutschland zur Verfügung, erläuterte die Präsidentin der Deutschen-Rheumaliga, Prof. Gromnica-Ihle, bei der Preisverleihung.
Die Forscher hatten u.a. untersucht, ob Patienten mit Rheuma rechtzeitig zu einem Facharzt – das heißt Rheumatologen - gelangen, wie neu entwickelte Medikamente (z.B. Biologika) wirken und welche Nebenwirkungen auftreten. Seit 1993 wurden pro Jahr rund 17.000 Patienten mit entzündlich-rheumatischen Krankheiten in einer umfangreichen Dokumentation der rheumatologischen Versorgung in Deutschland erfasst. So konnten in dieser so genannten Kerndokumentation Erfolge, aber auch Veränderungen, sowie regionale Unterschiede in der medizinischen Betreuung über die Jahre aufgezeigt werden.
Diese Kerndokumentation hat zum Beispiel deutlich gemacht, dass Rehamaßnahmen, Physio- und Ergotherapie zunehmend seltener genutzt bzw. verschrieben werden. Die Kinder-Kerndokumentation stellte heraus, dass viele Jugendliche beim Übergang ins Erwachsenenalter ihre Behandlung abbrechen – offenbar, weil sie dann andere Prioritäten haben. Außerdem wurden Daten zu Arbeitsunfähigkeitszeiten, Krankenhausaufenthalten, Pflegebedürftigkeit und Erwerbsfähigkeit der Patienten erhoben. All dies ermöglicht es der Deutschen Rheuma-Liga, ihren Forderungen in Gesprächen mit Gesundheitspolitikern oder Krankenkassen mehr Nachdruck zu verleihen, da diese nun auf Basis einer wissenschaftlich fundierten Analyse dargestellt werden können. Zudem können Mängellisten bezüglich der Versorgung der Rheumatiker in Deutschland mit größerer Exaktheit erstellt werden.
