17.11.2009

Risiko für künstliches Knie- oder Hüftgelenk besser bestimmbar

Einen Bluttest, mit dem das Risiko einer Hüft- und Kniegelenkarthrose vorausgesagt werden kann, haben Forscher des Universitätsklinikums Erlangen gemeinsam mit Kollegen der Medizinischen Universität Innsbruck entwickelt...

Mit einem einfachen Bluttest kann das Risiko, im weiteren Verlauf des Lebens an einer Knie- und Hüftgelenkarthrose (Gelenkverschleiß) zu erkranken, bestimmt werden. Der Schlüssel zur Risikoeinschätzung ist ein Eiweiß namens VCAM-1, das eigentlich mit Gefäßverkalkung (Atherosklerose) in Zusammenhang steht. „Patienten mit hohem VCAM1-Spiegel erkranken unabhängig von Alter und Körpergewicht vier- bis fünfmal häufiger an einer Knie- und Hüftgelenkarthrose als Patienten mit einem niedrigen VCAM1-Spiegel“, erläutert Studienleiter Prof. Dr. Georg Schett, Direktor der Medizinischen Klinik 3 am Universitätsklinikum Erlangen.

In der Studie (Arthritis & Rheumatism 2009, Band 60(8), Seite 2381-2389. Zusammenfassung/abstract: www3.interscience.wiley.com/journal/122526297/abstract ) wurden 912 Südtiroler über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet. Im Mittelpunkt standen Herz-Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems und des Muskel- und Skelettsystems. Den Studienteilnehmern wurde am Anfang der Studie Blut abgenommen, dann wurden sie alle fünf Jahre komplett untersucht. Bei 60 Patienten, die am Ende des Untersuchungszeitraums an einer Hüft- und Kniegelenkarthrose litten und einen orthopädischen Gelenkersatz benötigten, stellten die Forscher einen deutlich erhöhten Wert des Eiweißstoffes VCAM-1 fest. „VCAM-1 ist damit neben Lebensalter und Körpergewicht eines der wenigen Instrumente, die es ermöglichen, das Risiko einer Arthrose abschätzen zu können und zugleich der erste Labortest dafür. VCAM-1 kann vergleichsweise einfach in Blutlaboren bestimmt werden“, betont Prof. Schett.

Das Wissen um den eigenen VCAM-1-Wert hat Vorteile: Wer z.B. bereits übergewichtig ist und zudem einen hohen VCAM1-Wert aufweist, hat ein besonders hohes Erkrankungsrisiko, da sich die Faktoren Gewicht, VCAM1-Wert und auch Alter addieren. Gerade bei solchen Patienten bringt die Gewichtsreduktion einen deutlichen Vorteil.

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