08.02.2011

Schlafstörungen und Fatigue bei Rheuma häufig

Zum Thema Fatigue, Rheuma und Schlaf können Rheumatiker im Internet vom 9.-16. Februar 2011 Experten Fragen stellen und eigene Erfahrungen mit Betroffenen austauschen.

40 bis 60 Prozent aller Rheumatiker leiden im akuten Stadium der Erkrankung an gestörtem Schlaf. Dies berichtet Prof. Dr. med. Geert Mayer, Facharzt für Neurologie, Epilepsie und Schlafstörungen, in der Februarausgabe der Zeitschrift mobil, der Mitgliederzeitschrift der Deutschen Rheuma-Liga. Rheuma gehe häufig mit Missempfindungen und Bewegungsunruhe oder dem Restless legs Syndrom einher. Auch Schmerzen unterbrechen oft den Schlaf. „Kommt es trotz guter Diagnostik und Therapie der Grunderkrankung zu chronischen Ein- und Durchschlafstörungen, können sedierende Antidepressiva helfen. Sie verbessern den Schlaf und dämpfen zugleich die Schmerzen“, erklärt Prof. Geert Mayer. Auch der Rheumakranke selbst kann einiges tun, um gut durchzuschlafen. Tagsüber sollte man sich körperlich aktiv und wach halten, so weit es eben geht. Für die Nachtruhe sollte man sich fragen, ob Wärme oder Kälte die Schmerzen beeinflussen. Außerdem gelte das bekannte Sprichwort: Wie man sich bettet, so schläft man. Physiotherapeuten können dabei unterstützen.

„Viele Patienten mit Fibromyalgie oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen beklagen zudem auch tagsüber eine starke Müdigkeit und Erschöpfung“, berichtet Prof. Erika Gromnica-Ihle, Rheumatologin und Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. „Dieses so genannte Fatigue ist für einen Großteil der Patienten nach dem Schmerz das am meisten störende Symptom.“

In einer sechsmonatigen Analyse symptomatischer Veränderungen von über 20.000 Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) konnte nachgewiesen werden, dass die Fatigue-Symptomatik unabhängig vom übrigen erreichten Gesundheitszustand bestehen bleibt, berichten Prof. Frank Buttgereit und Dr. Jaqueline Detert von der Charité Berlin. „Die Müdigkeit bei RA-Patienten hält also an, auch wenn die Erkrankung gut behandelt ist“, informieren die Wissenschaftler im Newsletter der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie 2010. Eine Klärung der grundlegenden Ursachen für Schlafstörungen und damit verbundener Müdigkeit könnte zukünftig neue therapeutische Herangehensweisen ermöglichen und helfen, die vielen Faktoren des Krankheitsbildes der RA im Zusammenspiel besser zu verstehen.

Mehr zum Thema Fatigue, Rheuma und Schlaf  bietet die Deutsche Rheuma-Liga aktuell im Internet. Vom 9. bis 16. Februar 2011 können Ratsuchende Fragen an die Experten stellen oder ihre eigenen Erfahrungen zum besseren Schlafen mit Rheuma austauschen: www.rheuma-liga.de

 

 

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