22.01.2012

Schneeschippen für Herzpatienten als Hochrisikoaktivität anzusehen

Schneeräumen ist anstrengend und kann Herzpatienten, deren Herz dieser Belastung nicht gewachsen ist, stark gefährden. Davor warnen die Kardiologen vom BNK in München.

Schneeschaufeln ist eine körperlich anstrengende Tätigkeit und kann insofern für Herzpatienten, deren Herz dieser Belastung nicht gewachsen ist, ein hohes Risiko darstellen. Davor warnen die Kardiologen vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) in München. Das Ausmaß der Gefährdung  geht aus einer aktuellen Studie hervor, an der 500 Patienten im Alter von 31 bis 94 Jahren mit akutem Koronarsyndrom (ACS) teilgenommen haben. Bei 7 Prozent von ihnen war das ACS direkt nach dem Schneeräumen aufgetreten: Es kam zu einer kritischen Minderdurchblutung des Herzens aufgrund einer Gerinnselbildung, die lebensbedrohliche Folgen wie z.B. einen Herzinfarkt haben kann. „Besonders gefährdet sind Raucher und Patienten mit einer genetischen Vorbelastung, bei denen in der Verwandtschaft frühzeitig - d.h. vor dem 60. Lebensjahr - eine koronare Herzerkrankung aufgetreten ist", betont Dr. med. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des BNK und praktizierender Kardiologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie in Kirchheim.

Nicht nur Männer mit Herzproblemen gefährdet

Ein Studienergebnis war auch, dass männliche Patienten sehr viel häufiger von einem ACS betroffen waren als weibliche. „Dieser Geschlechtsunterschied dürfte aber eher daher rühren, dass der Männeranteil unter den Studienteilnehmern besonders hoch war und Schneeschaufeln generell eine Aufgabe sein dürfte, die überwiegend von Männern erledigt wird", erläutert Smetak. „Das bedeutet aber nicht, dass nur Männer mit Herzproblemen vor den möglichen, mit Schneeschippen verbundenen Risiken gewarnt werden sollten. Vielmehr sollten sich alle, also auch die weiblichen Herzpatienten, vorsehen und sich nicht mit ungewohnten, intensiven körperlichen Anstrengungen überfordern."