14.06.2009

Schwindel kann auf Knochenschwund hindeuten

Schwindelanfälle bei Änderungen der Kopfhaltung können auf eine mögliche Osteoporose hindeuten...

Wenn eine Änderung der Kopfhaltung Schwindelanfälle auslöst, kann dies ein Hinweis auf eine mögliche Osteoporose sein. Ein so genannter gutartiger Lagerungsschwindel ist häufiger gepaart mit einer verringerten Knochendichte. Menschen, die regelmäßig unter Schwindelattacken ohne erkennbare Ursache leiden, sollten deshalb ihre Knochendichte messen lassen.

Neuesten Untersuchungen zufolge haben Schwindel-Patienten häufiger eine niedrige Knochendichte als gesunde Menschen (Neurology 2009, Band 72: Seite 1069). Über die Gründe sind sich die Mediziner noch nicht völlig im Klaren. „Da bei einer Osteoporose relativ viel Kalzium aus den Knochen gelöst wird, erhöht sich die Kalzium-Konzentration in der Flüssigkeit des Gleichgewichtorgans. Dadurch können die ebenfalls kalziumhaltigen „Gehörsteinchen" - die so genannten Otolithen oder Statolithen - womöglich schlechter aufgelöst werden, wenn sie sich nach einer Krankheit oder Verletzung aus ihrer Verankerung gelöst haben", mutmaßt Prof. Otto-Albrecht Müller vom BDI.

Vielleicht spielen aber auch veränderte Hormon-Werte eine Rolle. So könnten niedrige Spiegel der weiblichen Sexualhormone (Östrogene) sowohl die Zusammensetzung der Otolithen verändern als auch zum Kalziumabbau aus den Knochen führen. „Dies würde erklären, warum Lagerungsschwindel und Osteoporose vor allem Frauen jenseits der 50 betrifft, die nach der Menopause naturgemäß erniedrigte Östrogen-Konzentrationen aufweisen. Da die beiden Erkrankungen aber auch bei Männern auftreten, können die Östrogene nicht die alleinige Ursache sein", erklärt Prof. Müller.

Gutartiger Lagerungsschwindel kommt vor allem bei älteren Menschen vor und tritt oft nach schnellen Bewegungen des Kopfes auf, z.B. beim nächtlichen Umdrehen im Bett. Er entsteht vor allem bei raschen Bewegungen des Kopfes. Möglicherweise geraten dabei die kleinen Kristalle aus Kalziumkarbonat in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans, die normalerweise für den Gleichgewichtssinn zuständig sind. Sinneszellen vermitteln daraufhin dem Gehirn falsche Signale, die nicht mit den Informationen aus anderen Sinnesorganen übereinstimmen - dies ruft das Schwindelgefühl hervor. Die an sich harmlosen Beschwerden klingen meist von alleine wieder ab und können durch ein so genanntes Lagerungstraining behandelt werden. Dabei nimmt der Patient immer wieder eine bestimmte Körperlage ein oder wird wiederholt gedreht.