20.12.2010
Ständig mehr Leistung kann krank machen
Ständig wachsende Produktivität in Betrieben führt oftmals bei den Mitarbeitern zu stärkerer psychischer Belastung und damit zu einem höheren Krankheitsrisiko...
Leistungssteigerung aus Prinzip hat ihre Schattenseiten: Mitarbeiter in Betrieben, in denen die Produktivität ständig wachsen soll, seien auch stärker psychisch belastet, erklärt der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Die Kehrseite seien erhöhte Fehlzeiten und die Zunahme psychischer Erkrankungen, warnt der BDP.
Permanenter Zeit- und Erfolgsdruck führe oft dazu, dass Erholungspausen oder die Teilnahme an Weiterbildung nur noch als lästige Übel wahrgenommen würden. Die Fixierung auf schnelle Erfolge und gute Quartalszahlen führe leicht zu Überforderung. Außerdem entwickeln sich die Arbeitnehmer mit Blick auf ihre Qualifikation dann häufig nicht mehr weiter, ist die Beobachtung der Experten. Psychisch belastend könne auch das Führungsverhalten der Chefs sein. Das gelte zum Beispiel, wenn Mitarbeiter und Chef gar nicht die Gelegenheit haben, sich auf Augenhöhe zu unterhalten und Mitarbeiter sich nicht trauen zu widersprechen. Auch eine «Pseudopartizipation», bei der Mitarbeiter zwar mitdiskutieren dürfen, hinterher aber die Vorgesetzten alleine entscheiden, sei schlecht für das Betriebsklima und die Motivation.
Einzelne Managementkonzepte an sich seien dabei nicht von vorneherein gut oder schlecht - entscheidend sei die Umsetzung.
