09.12.2009

Strahlung von Mobiltelefonen kann sich auf das Gehirn auswirken

Die Benutzung von Handy und schnurlosen Telefonen hat einen messbaren Effekt auf das menschliche Gehirn...

Die drahtlose Kommunikation mit Handys und schnurlosen Telefonen ist für die meisten Menschen selbstverständlich geworden. Mögliche Risiken dieser Technik sind jedoch nach wie vor unzureichend geklärt. Eine aktuelle Studie von Fredrik Söderqvist von der Universität Örebro in Schweden zeigt, dass die Strahlung von Mobiltelefonen nachweisbare biologische Effekte auf das Gehirn hat. Insbesondere Kinder sollten daher die Benutzung von Handys und anderen schnurlosen Telefonen, die zum Beispiel nach dem DECT-Standard arbeiten, einschränken. Bei Handys verringert die Verwendung von so genannten Headsets die Strahlenbelastung.

Im Rahmen der Studie wurden Blutproben von Erwachsenen auf so genannte Biomarker untersucht, um zu beurteilen, ob die Benutzung von Mobiltelefonen einen messbaren Effekt im Gehirn hat. Die Analysen konzentrierten sich dabei auf das Protein Transthyretin, das in der Blut-Hirn-Schranke vorkommt, einer Barriere, die das Gehirns vor Einflüssen aus dem restlichen Blutkreislauf schützt. Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen der Benutzung von Mobiltelefonen und einem erhöhten Spiegel von Transthyretin im Blut. Der Anstieg dieses Proteins ist jedoch nicht an sich beunruhigend, er zeigt aber, dass sich die Mikrowellenstrahlung von Mobiltelefonen auf physiologische Vorgänge im Gehirn auswirkt. Unklar bleibt, ob davon auch Prozesse betroffen sind, die die Gesundheit beeinträchtigen können."

Die Studie befasste sich darüber hinaus mit der möglichen Auswirkung von Mobiltelefonen auf das Wohlbefinden. Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Mobiltelefone benutzten, berichteten gehäuft von Kopfschmerzen, asthmatischen Beschwerden und schlechterer Konzentrationsfähigkeit. Noch ist es allerdings zu früh, aus diesen Ergebnissen Schlüsse zu ziehen. In zukünftigen Untersuchungen muss der Einfluss weiterer Faktoren ausgeschlossen werden.

Beinahe alle Kinder ab einem Alter von 7 Jahren haben Zugang zu einem Handy oder schnurlosen Telefon. Mehr als 80% aller 19-Jährigen benutzen regelmäßig ein Mobiltelefon. Ein Headset, das eine Strahlungseinwirkung auf den Kopf verhindert, verwenden dagegen nur 2% aller Kinder und Jugendlichen. Der Langzeiteffekt von Mikrowellenstrahlung aus Mobiltelefonen ist noch wenig erforscht. Die aktuellen Grenzwerte für die Strahlung sind so ausgelegt, dass eine Erwärmung des Gewebes verhindert wird. Anderen Effekte der Strahlung wird man durch diese Grenzwerte möglicherweise nicht gerecht. Menschen, die viel telefonieren, sowie Kindern und Jugendlichen ist in jedem Fall beim Telefonieren mit dem Handy die Verwendung eines Headsets zu empfehlen. Die sicherste Variante zu Hause oder am Arbeitsplatz ist das kabelgebundene Telefon.