21.06.2015
Tägliches Vibrationstraining kann Gelenken möglicherweise schaden
Regelmäßige Ganzkörper-Vibrationen verursachen bei Mäusen Schäden am Gelenkknorpel der Kniegelenke. Davor warnen Rheumatologen des BDRh und plädieren für weitere Untersuchungen.
Vibrationstraining - also das Durchführen kontrollierter Übungen auf einer vibrierenden Platte - verspricht eine effektive Muskelkräftigung ohne großen Zeitaufwand, soll bei der Gewichtsreduktion helfen, und wird mitunter auch gegen Arthrose, Rückenschmerzen und Osteoporose eingesetzt. Im Gegensatz zu den postulierten positiven Effekten auf die Muskulatur kann Vibrationstraining auf Gelenke und Bindegewebe aber möglicherweise auch schädliche Auswirkungen haben. Diesbezüglich verweist der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus Kanada (siehe Arthritis & Rheumatology, Online-Veröffentlichung am 17.4.2015). In dieser wurden die Effekte regelmäßiger Ganzkörper-Vibrationen (fünfmal die Woche für jeweils eine halbe Stunde am Tag) auf die Gelenke und Knochen von jungen Mäusen untersucht. „Nach vier Wochen stellten die Forscher degenerative Veränderungen an den Bandscheiben der Tiere fest sowie Schäden am Gelenkknorpel und den Menisken der Kniegelenke, die denen einer Arthrose des Kniegelenkes ähneln", berichtet Frau Dr. Silke Zinke, Vorstandsmitglied des BDRh und praktizierende Rheumatologin in Berlin. Im Hinblick auf diese Ergebnisse haben die Autoren der Studie Bedenken geäußert über die Anwendung der vibrierenden Platte zur Behandlung von Erkrankungen wie z.B. Osteoporose oder auch zum Zwecke täglicher Fitnessübungen. Ihrer Meinung nach zeigen die Befunde die Notwendigkeit auf, die Auswirkungen der Ganzkörper-Vibration auf Bindegewebe und Gelenke in der Langzeittherapie beim Menschen noch besser zu untersuchen.
Quelle: äin-red
Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.rheumatologen-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Internisten-im-Netz verlinken.
