02.05.2016

Versorgung von Rheumatikern soll dank neuem Vertrag besser werden

Ein neuer Vertrag zwischen Hausärzten, Rheumatologen und Krankenkassen soll dafür sorgen, dass Rheumapatienten schneller und besser versorgt werden.

Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollen künftig schneller und besser versorgt werden als bisher. Das will ein erster bundesweit einheitlicher Rheumaversorgungsvertrag gewährleisten, der jetzt zwischen der Versorgungslandschaft Rheuma (VLR GmbH) (einer Initiative des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen und des Deutschen Hausärzteverbands) und einem Dienstleister für gesetzliche Krankenkassen namens „spectrum K" abgeschlossen wurde.

Kernstück dieses Vertrages zwischen Hausärzten, Rheumatologen und Krankenkassen bildet eine enge fachübergreifende, ganzheitliche und qualitativ hochwertige Behandlung durch eine konsequente Therapieüberwachung, leitliniengerechte Arzneimittelversorgung und intensive Schulung der Patienten. Hegt der Hausarzt bei einem Patienten den Verdacht auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, überweist er ihn an den Rheumatologen. Dafür sieht der Vertrag eine Terminvergabe innerhalb von 14 Tagen vor.

Rheuma geht häufig einher mit erheblichen Einschränkungen der Funktionalität und Einbußen an Lebensqualität. Betroffen sind das Bewegungssystem aber auch Haut, Nerven und innere Organe. In Deutschland leiden ca. 1,5 Mio. Erwachsene und 15 000 Kinder und Jugendliche unter Rheuma. Die Uneinheitlichkeit des Krankheitsbildes und mangelnde Verfügbarkeit von Terminen bei Rheumatologen erschwert vielfach eine frühzeitige, gesicherte Diagnose und damit die Möglichkeit einer positiven Beeinflussung. Ein koordiniertes, kooperatives Vorgehen zwischen Hausärzten und Rheumatologen ist daher unabdingbar für eine Verringerung der Krankheitsaktivität oder im besten Fall sogar ein anhaltender Krankheitsstillstand (sog. Remission). Abgesehen von wachsenden Behandlungskosten steigt ohne eine frühzeitig einsetzende und konsequente Therapie für die Betroffenen zudem das Risiko für Folgeschäden sowie Arbeitsunfähigkeit bis hin zur Erwerbsunfähigkeit. Eine zentrale Rolle kommt in diesem Zusammenhang den Hausärztinnen und Hausärzten zu, die als erste Ansprechpartner Patienten mit rheumatischen Erkrankungen erkennen und frühzeitig zum Rheumatologen überweisen sollen. In enger und zeitnaher Absprache begleiten Hausärzte und Rheumatologen durch den Behandlungsprozess und können so eine qualitätsorientierte, leitliniengerechte, moderne und strukturierte Rheumaversorgung gewährleisten.

„Unser Versorgungsvertrag bietet ein verbessertes Schnittstellenmanagement für die frühzeitige Erkennung und Betreuung von Betroffenen" erläutert Yves Rawiel, Geschäftsführer der spectrumK. Ein Hauptaugenmerk gelte dabei insbesondere der geplanten Überführung erkrankter Jugendlicher vom Kinderrheumatologen zum Erwachsenenrheumatologen, um Therapieabbrüche zu vermeiden. „Mit diesem bundesweiten Versorgungsvertrag möchten wir mehr Patienten mit einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung Zugang zu dieser umfassenden Form der Versorgung ermöglichen. Sie profitieren dabei von der koordinierten Zusammenarbeit von Hausärzten und Rheumatologen und deren spezifischen Kompetenzen, die sich im Rahmen des Versorgungskonzeptes ergänzen", erklärt Nicole Richter, Geschäftsführerin der Versorgungslandschaft Rheuma (VLR GmbH).

„Durch die Einbindung der rheumatologischen Fachassistenz können Leistungen wie z.B. die Patientenschulung delegiert und die Rheumatologen zusätzlich entlastet werden. Der Vertrag bietet die Chance auf eine wesentliche bessere, umfänglichere und frühzeitigere Versorgung von zum Teil schwer erkrankten Rheumapatienten", erklärt Dr. Edmund Edelmann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) und Geschäftsführer der VLR GmbH.