25.01.2012

Vor Ersatz einer Herzklappe mit dem Herzchirurg sprechen

Herzpatienten, bei denen eine der vier Herzklappen ersetzt werden soll, sollten vor der Operation darauf bestehen, auch mit dem Herzchirurgen zu sprechen.

Patienten, denen mit einem Verfahren namens Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) eine der vier Herzklappen (z.B. die Aortenklappe) ersetzt werden soll, sollten darauf bestehen, vor der OP auch mit dem Herzchirurgen zu sprechen. Dieser sollte sie persönlich sehen und informieren. Darauf weist Prof. Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt am Main hin. Für eine optimale Behandlung reiche es nicht aus, wenn der Patient nur - wie oft gängige Praxis - vom Kardiologen untersucht und aufgeklärt werde. Vor dem Eingriff sollte der Patient außerdem danach fragen, wie viel Erfahrung die ausgewählte Klinik mit der TAVI hat. Riskant sei es, wenn das Krankenhaus nur geringe Fallzahlen aufweisen kann. Denn von der Erfahrung hänge der Erfolg ab, erläutert der Mediziner in der Stiftungszeitschrift Herz Heute (Ausgabe 1/2012).

Eine TAVI kommt Meinertz zufolge nur für Patienten infrage, bei denen eine OP am offenen Herzen zu gefährlich ist. Denn dafür müsste das Brustbein gespalten und der Patient an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. Bei einer TAVI wird dagegen eine zusammengefaltete Ersatzklappe über einen Katheter meist von der Leistenarterie aus ins Herz eingeführt und überdeckt dort dann die alte. Ein Ersatz ist nötig, wenn zum Beispiel die Klappe verkalkt ist und nicht mehr richtig schleißen kann. Von rund 11.600 Klappenoperationen im Jahr 2010 waren rund 3600 TAVIs (23,9 Prozent).

Ein weiterer Hinweis auf die Qualitätssicherung der Behandlung sei die Teilnahme der Klinik am Aortenklappenregister. Dieses erfasst Daten zu Aortenklappenersatzverfahren und wertet sie wissenschaftlich aus. Damit soll unter anderem ermittelt werden, welches Verfahren für welche Patientengruppe am besten ist. Meinertz rät, sich nur in einer teilnehmenden Klinik behandeln zu lassen.

Während der TAVI sollte der Herzchirurg in jedem Fall sofort verfügbar sein, betont Meinertz. Dann könne er bei Komplikationen sofort eingreifen. Am besten sei es, wenn Kardiologe und Chirurg gemeinsam den Eingriff vornehmen. Wichtig sei außerdem, dass die Klinik über eine kardiologische und eine herzchirurgische Abteilung sowie einen Operationssaal verfügt, der sowohl für eine OP am offenen Herzen als auch für Herzkathetereingriffe ausgerüstet ist.

Quelle: dpa

 

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