29.12.2010

Vorsicht Lärm - Musikplayer unterm Tannenbaum

Freizeitlärmdurch MP3-Hören und Dolby-Surround-Kino ist mittlerweile gefährlicher als Berufslärm...

  Bild: fotolia

MP3-Player, iPod und Co. sind beliebte Geschenke, über die sich gerade Jugendliche in der Regel freuen. Prof. Benedikt Folz sieht das kritisch: «Den Spaß mit iPod oder der neuen Anlage will ich natürlich niemandem verbieten», so der Chefarzt der HNO-Klinik des Medizinischen Zentrums für Gesundheit (MZG) in Bad Lippspringe (Nordrhein-Westfalen). «Aber ich rate dazu, immer mal wieder Pausen zu machen, damit sich das Ohr erholen kann.» Man könne auch ruhig mal laut aufdrehen, aber danach sollte das Ohr geschont werden.

«Freizeitlärm ist überall», sagte Folz. Es fange beim MP3-Player an und höre bei den Vuvuzelas der Fußball-WM auf. «Überall gibt es heute was auf die Ohren: Im Auto läuft die Anlage, zu Hause das Dolby-Surround-System zum Fernseher, und im Kino vibrieren mittlerweile schon die Sitze wegen der Lautstärke. Ich halte den Freizeitlärm mittlerweile für bedrohlicher als Berufslärm.»

Ein Schlosser etwa schütze sich gut gegen den Lärm, weil bekannt sei, dass ein dauerhafter Geräuschpegel von über 85 Dezibel schädigend ist. «Aber in der Freizeit gibt es kaum Begrenzung. Hier kann es auch weit über 100 Dezibel laut werden, denn der MP3-Player ist ja direkt am Ohr dran.»

Gerade Jugendliche seien gefährdet, schon früh Hörschäden zu bekommen. «Im schlimmsten Fall stöpseln sie sich nämlich schon morgens den MP3-Player ein, setzen sich mittags mit dem Kopfhörer vor den Computer und spielen Ballerspiele, bevor sie abends laut fernsehen und dann in die Diskothek gehen», sagte Folz. Damit konsumieren sie länger als acht Stunden gehörschädigenden Lärm.» Wer das dauerhaft macht, könne eine Lärm- oder Altersschwerhörigkeit bekommen.