24.09.2007
Vorsicht mit Handys im Krankenhaus
Handy-Signale können lebenswichtige Geräte im Krankenhaus außer Gefecht setzen. Experten empfehlen deshalb einen Mindestabstand zum Bett des Patienten...
Nachdem die Benutzung von Handys in deutschen Krankenhäusern lange Zeit verboten war, haben viele Kliniken in den letzten Jahren ihre Regeln gelockert. Niederländische Wissenschaftler warnen nun jedoch in einer neuen Studie vor einem Handy-Gebrauch in unmittelbarer Umgebung lebenswichtiger medizinischer Geräte.
Die Forscher untersuchten die Wirkung von Handy-Strahlung auf medizinische Geräte in Krankenhäusern. Sie setzten dabei 61 Geräte von Intensivstationen so genannten GPRS- (900 Megahertz, 2 Watt) oder UMTS-Signalen (1.947,2 Megahertz, 0,2 Watt) aus. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Signale bereits in geringer Entfernung die Funktion von Beatmungsgeräten, Schrittmachern und Infusionspumpen stören können.
Die Auswirkungen der Telefonstrahlung reichten von einem kompletten Abschalten und Neustart von Beatmungsgeräten über Unterbrechung von Infusionspumpen und Dialyse-Geräten bis hin zu falsch getakteten Schrittmachern. Die meisten Störungen verursachten dabei Handys, die das GPRS-System benutzten, neuere UMTS-Handys beeinflussten die Geräte deutlich weniger.
Da es nach Ansicht der Forscher unwahrscheinlich sei, dass Handys komplett aus Krankenhäusern verbannt werden können, empfehlen sie, mit Handys einen Mindestabstand von einem Meter von elektrischen medizinischen Geräten einzuhalten. Dann sei mit großer Sicherheit gewährleistet, dass sie fehlerfrei funktionierten. Da dies gerade auf Intensivstationen aber nur schwer umzusetzen ist, dürfte es bei dem geltenden Handy-Verbot auf Intensivstationen bleiben. „Eigentlich sollte dies für jedes Krankenhaus weiter gelten, denn ein eingeschaltetes Handy ist bei einem Krankenbesuch oder Arztgespräch überflüssig und störend", kritisiert dagegen Prof. Otto-Albrecht Müller vom Berufsverband Deutscher Internisten.
Quelle:
Critical Care 2007, 11: R98
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