03.07.2011
Vorsichtiges Barfußlaufen zur Vorbeugung gegen das diabetische Fußsyndrom geeignet
Ohne Schuhe Laufen kann die Durchblutung der Füße von Patienten mit Diabetes fördern und eine bessere Empfindsamkeit trainieren. Darauf machen die Internisten vom BDI aufmerksam.
Patienten mit Diabetes mellitus kann Barfußlaufen unter Umständen gut tun und dabei helfen, dem diabetischen Fußsyndrom vorzubeugen. „Ohne Schuhe Laufen kann die Durchblutung der Füße fördern und damit eine bessere Empfindsamkeit trainieren", erläutert Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. „Allerdings sollten Patienten dabei nur solche Wege gehen, die hinsichtlich ihrer Beschaffenheit keine Verletzungsgefahr bedeuten. Gut geeignet sind zum Beispiel sandige Barfußpfade, um möglichst gefahrlos Anreize zu setzen, die eigenen Füße bewusster wahrzunehmen. Anschließend sollten Diabetiker ihre Füße sorgfältig reinigen und auf kleine Verletzungen hin untersuchen. Falls Wunden vorliegen, müssen diese desinfiziert und abgedeckt werden, um Infektionen vorzubeugen. Schließlich ist bei Vorliegen einer Durchblutungsstörung das Risiko, an einer schlecht heilenden Wunde zu leiden, besonders hoch. Gerade bei Diabetikern können sich lochartige Hautgeschwüre (Ulzerationen) bilden, die immer tiefer in das Gewebe hineinwachsen und dann trotz wiederholter Behandlung mit Antibiotika von multiresistenten Keimen besiedelt werden, die eine normale Wundversorgung und -heilung letztendlich verhindern. Dieses so genannte diabetische Fußsyndrom führt in Deutschland jedes Jahr zu etwa 40.000 Amputationen", warnt Wesiack.
Bei stark verringertem Schmerzempfinden lieber regelmäßig Fußgymnastik
Aus dem gleichen Grund müssen Patienten, die bereits unter einer diabetischen Polyneuropathie mit vermindertem Schmerz- und Temperaturempfinden leiden, besonders vorsichtig sein. „Aufgrund der gestörten Reizwahrnehmung neigen diese Patienten dazu, sich ungewollt mit den Füßen anzustoßen und dabei zu verletzen. Anstelle von Barfußlaufen sollten Betroffene lieber regelmäßig zu einer Fußgymnastik unter Anleitung gehen", rät Wesiack.
