11.05.2009

Wann kommt die "Pille für den Mann“?

Die neue Methode zur Verhütung könnte in 3 Jahren marktreif sein...

Die „Pille für den Mann" könnte frühestens im Jahr 2012 marktreif sein. In den nächsten 3 Jahren wird ihre Zuverlässigkeit in einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO an rund 50 Paaren getestet.

Tabletten müssen Männer allerdings nicht schlucken. Stattdessen wird Testosteron gespritzt. Hierdurch wird die Produktion von Testosteron im Hoden unterdrückt, so dass die für eine normale Spermienbildung sehr hohen Testosteron-Konzentrationen in den Hoden nicht mehr erreicht werden. Außerdem regelt das von außen zugeführte Testosteron in der Hirnanhangsdrüse die Produktion des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) herunter, das bei Mann im Hoden die Spermien-Bildung steuert.

Unterschiedliche Wirkung bei asiatischen und europäischen Männern

Bei bisherigen Studien war aufgefallen, dass asiatische und europäische Männer unterschiedlich auf die Gabe von Testosteron reagierten. In unseren Breiten war der Anteil von Männern, die durch diese Methode der Empfängnisverhütung gar keine Spermien mehr produzierten, geringer. Sie wiesen aber dennoch einen deutlichen Abfall der Spermienzahlen auf. Die Studie soll nun klären, ob nicht doch eine Schwangerschaft ausreichend zuverlässig vermieden werden kann.

Vorteile sehen Hormonmediziner in der künftigen Wahlmöglichkeit für Paare: Viele Männer wollen ihrer Frau gern das Gesundheitsrisiko durch die Pille abnehmen. Angst, dass der Körper sich durch die Hormone verändere, muss aber kein Mann haben. Das Testosteron wird so dosiert, dass es dem entspricht, was der Körper ohnehin herstellt. Die Männer werden also nicht zum Bodybuilder werden.

Bei der WHO-Studie wird die Zuverlässigkeit des Verhütungsmittels nunmehr an Paaren beobachtet. Alle 8 Wochen erhalten die Männer Hormonspritzen vom Facharzt. Wer einen Kinderwunsch verspürt, muss sich wegen mangelnder Samenproduktion nicht sorgen: Es ist davon auszugehen, dass sich die Samenzell-Bildung nach 3 bis 6 Monaten wieder normalisiert.