12.01.2010
Warum Fischölkapseln möglicherweise gegen Entzündung helfen könnten
Eine Gruppe von Forschern aus London und den USA hat herausgefunden, über welchen Mechanismus Fischölkapseln offenbar entzündungshemmend wirken.
Fischölkapseln wird eine potenziell anti-entzündliche Wirkung zugesprochen. Wie sie diese entfalten könnten, haben jetzt britische Forscher um Mauro Perretti vom William Harvey Research Institute an der Queen Mary University of London und Kollegen aus den USA herausgefunden. Ihre Forschungsergebnisse, die in der Fachzeitschrift Nature (2009, Band 461, Seite:1287-1291) publiziert wurden, sind von Bedeutung, da sie erklären, wieso Fischölkapseln bei manchen entzündlich bedingten Erkrankungen - wie z.B. verschiedenen Formen der Arthritis, aber auch bei Schlaganfall oder Sepsis - helfen könnten. Die Wissenschaftler konnten zunächst zeigen, dass ein Bestandteil des Fischöls (DHA) vom menschlichen Körper in eine chemische Verbindung namens Resolvin D2 umgewandelt wird, die Entzündungsprozesse abmildert. Dabei scheint Resolvin D2 im Gegensatz zu anderen anti-entzündlichen Medikamenten das Immunsystem allerdings nicht zu unterdrücken.
Bei Autoimmunerkrankungen richtet der Körper seine natürlichen Abwehrkräfte gegenüber Infektionen irrtümlich gegen sein eigenes, gesundes Gewebe. Daran sind zum Beispiel bei Rheumatoider Arthritis weiße Blutkörperchen (Leukozyten) beteiligt, die sich an die Innenwand von Blutgefäßen heften (das so genannte Endothel). Nun wollten die Forscher um Perretti untersuchen, ob Resolvin D2 hierauf einen Einfluss nehmen kann. Und tatsächlich: Nach der Zugabe von Resolvin D2 beobachteten sie, dass die Endothelzellen kleine Mengen an Stickoxid (NO) bilden – eine Substanz, die als chemisches Signal dient und Leukozyten davon abhält, sich am Endothel festzusetzen. Auf diese Weise könnte sich mit Resolvin D2 möglicherweise ein grundlegender Schritt bei Entzündungsprozessen verhindern lassen.
