28.10.2012

Warum Sport die Prognose von Krebspatienten verbessert

Regelmäßiger Sport hilft Krebspatienten zu verhindern, dass erneut Krebs auftritt. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) unter Berufung auf eine aktuelle Studie hin.

Krebspatienten, die nach Beendigung einer erfolgreichen Chemotherapie regelmäßig sportlich aktiv sind, haben größere Chancen darauf, dass in Zukunft keine Tumoren mehr auftreten, und können damit ihre Prognose erheblich verbessern. „Forscher des University Nebraska Medical Center haben jetzt herausgefunden (siehe Bilek et al. (2012), warum das so ist: Sport wirkt offenbar wie eine Verjüngungskur auf die T-Zellen - das sind bestimmte Zellen des Immunsystems, die für die Abwehr von Krankheitserrergern und Krebszellen zuständig sind. Diese werden während einer Chemotherapie allerdings stark geschwächt, so dass sie anschließend Krankheiten weniger gut bekämpfen können", erläutert Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. „Durch regelmäßige sportliche Aktivitäten können solche gealterten T-Zellen offensichtlich wieder erneuert werden: In der genannten Studie hatte nach Teilnahme an einem zwölfwöchigen Sportprogramm, das Ausdauer, Kraft- und Gleichgewichtsübungen beinhaltete und individuell auf die Vorzüge der Krebspatienten zugeschnitten wurde, der Anteil an unverbrauchten, voll funktions- und abwehrfähigen T-Zellen zugenommen, während die Zahl der gealterten, geschwächten T-Zellen gesunken war. Sportliche Aktivität scheint also dazu beizutragen, verbrauchte Zellen auszurangieren, und dadurch Platz zu schaffen für frische Zellen, die den Kampf gegen den Krebs effektiv aufnehmen können. Das Untersuchungsergebnis erklärt, warum Sport Krebspatienten und Krebsüberlebenden erhebliche Vorteile verschaffen kann. Genauso profitieren fraglos auch Gesunde: Regelmäßiger Sport stärkt das Immunsystem und verringert dadurch auch das Krebsrisiko der Betroffenen. Abgesehen von vielen weiteren, positiven Effekten auf die Gesundheit ist dies sicherlich ein guter Grund mehr, regelmäßig Sport zu treiben", betont Wesiack.