16.05.2017

Welt Hypertonie Tag 2017

Warum es wichtig für den Behandlungserfolg ist, dass Arzt und Patient gemeinsam über die Therapie entscheiden, rückt die Deutsche Hochdruckliga anlässlich des Welt Hypertonie Tags am 17. Mai in den Fokus.

Unter dem Motto „Ich bleib mir treu!" findet der diesjährige Welt Hypertonie Tag am 17. Mai statt. Der Aktionstag rückt in den Fokus, warum es wichtig für den Behandlungserfolg ist, dass Arzt und Patient im Dialog miteinander über die Therapie entscheiden und die Verantwortung für die festgelegten Ziele gemeinsam tragen.

In Deutschland leiden rund 20 bis 30 Millionen an Bluthochdruck. „Inzwischen ist der Anteil an Hypertonie-Patienten, die blutdrucksenkend behandelt werden, auf zwei Drittel angestiegen. Kontrolliert behandelt werden immerhin 50 Prozent. Das ist sicher auch auf die langjährigen Anstrengungen und die Aufklärungsarbeit der DHL zurückzuführen", meint Prof. Dr. med. Bernhard Krämer, Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL®. Nach wie vor bedeutet dies aber auch, dass rund ein Viertel der Menschen mit Bluthochdruck gar nicht behandelt werden und die andere Hälfte nicht ausreichend.

„Eine wichtige Ursache für eine nichtausreichende Behandlung ist die Nonadhärenz, also das Nichteinhalten und Nichtumsetzen von Therapieempfehlungen", berichtet Prof. Dr. med. Bernhard Krämer, der auch Direktor der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim ist. Eine Studie mit 149 neudiagnostizierten Hochdruck-Patienten konnte beispielsweise durch elektronische Tablettenboxen zeigen, dass 42 Prozent nichtadhährent waren, also weniger als 80 Prozent ihrer verschriebenen, blutdrucksenkenden Medikamente (Antihypertensiva) einnahmen. Bluthochdruck verursache keine Beschwerden oder Schmerzen, Folgeerkrankungen seien den Patienten oft nicht bewusst oder werden nicht ernst genug genommen oder die Therapie wird nicht kontinuierlich eingehalten, fasst Krämer die Ursachen für dieses Verhalten zusammen. Gründe für die Nonadhärenz sind jedoch auch auf der Seite der behandelnden Ärzte zu finden. „Das kann sich zum Beispiel in einer ungenügenden Interaktion zwischen Arzt und Patient, fehlenden Kontrollterminen oder durch Therapieauswirkungen wie Nebenwirkungen zeigen", erklärt der Experte.

Studien belegen, dass die Blutdruckbehandlung erfolgreicher verläuft, wenn Arzt und Patient gemeinsam und im Dialog über die Therapiemaßnahmen entscheiden. „Als Deutsche Hochdruckliga möchten wir diesem wichtigen Thema Nachdruck verleihen. Daher haben wir das Motto „Ich bleib mir treu!" auch als unser Jahresthema festgelegt", betont Krämer. Die Deutsche Hochdruckliga ruft Ärzte und medizinisches Fachpersonal auf, die Initiative ganzjährig mit Aktionen bis zum nächsten Welt Hypertonie Tag zu unterstützen. Auf ihrer Kampagnenwebsite (http://www.ich-bleib-mir-treu.de/kampagne.html) stellt die DHL® Informationen und Material zur Verfügung, beispielsweise zur Durchführung von Arzt-Patienten-Seminaren oder Podiumsdiskussionen mit relevanten Entscheidungsträgern vor Ort. Zudem fordert die DHL® anlässlich der Initiative, schwer einstellbare Hypertoniker durch ein kassenfinanziertes, strukturiertes Behandlungsprogramm im Sinne eines Disease-Management-Programms im Krankheitsprozess zu begleiten.

Quelle: Deutsche Hochdruckliga