28.05.2008
Weniger Todesfälle durch Nierenkrebs
Innerhalb von 10 Jahren ist die Zahl Nierenkrebstoten um 30% gesunken. Forscher vermuten einen Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Nichtrauchern...
Die Zahl der Nierenkrebstoten ist in Deutschland seit Anfang der 1990er Jahre um rund ein Drittel gesunken. Das hat eine Auswertung der nationalen Todesursachenstatistiken von 32 Ländern ergeben, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammengetragen worden waren. Von 1992-2002 ging demnach die Nierenkrebssterblichkeit in Deutschland um 31% zurück. Dem jüngsten deutschen Krebsbericht zufolge erkrankten im Jahr 2004 bundesweit rund 17.000 Menschen an Nierenkrebs, etwa 6.000 starben - 2 Drittel davon waren Männer.
Einer Statistikanalyse von Wissenschaftlern der Universität Lausanne zufolge ist tödlicher Nierenkrebs europaweit auf dem Rückzug, allerdings mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern (BJU International 2008, 101: Seite 949). In der EU sank die Sterblichkeit durch Nierenkrebs bei Männern insgesamt um 13%, bei Frauen um 17%. Starben von 1990-1994 pro Jahr noch 48 von einer Million europäischer Männer an Nierenkrebs, waren es 10 Jahre später (2000-2004) nur noch 41. Bei den Frauen sank die Zahl der Nierenkrebstoten im selben Zeitraum von 21 auf 18 pro einer Million.
Noch stärker als in Deutschland gingen die Nierenkrebstodesfälle in Österreich zurück, nämlich um etwa 33%. Die Ursachen der großen regionalen Unterschiede sind nach Angaben der Forscher ebenso wenig geklärt wie die Gründe für den Rückgang allgemein. Die Fortschritte bei Diagnose und Behandlung von Nierenkrebs könnten die Beobachtungen nicht allein erklären. Möglicherweise hängen die günstige Entwicklung mit den veränderten Rauchgewohnheiten in zusammen, da Tabakkonsum und Nierenkrebs miteinander in Verbindung stehen.
